Fazit nach USA-Besuch von Scholz Donald Trump spielt mit dem Feuer

Meinung | Washington/Berlin · Der USA-Besuch des Bundeskanzlers hat deutlich gemacht, wie groß die Gefahr ist, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland verliert. Donald Trump scheint jedes Mittel recht zu sein, zurück ins Weiße Haus zu kommen – auch die Niederlage der Ukraine.

Ex-Präsident Donald Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Harrisburg.

Ex-Präsident Donald Trump am Freitag bei einer Veranstaltung in Harrisburg.

Foto: dpa/Matt Rourke

Die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz zu US-Präsident Joe Biden hat vor allem eines gezeigt: Die Ukraine würde den Krieg gegen Russland verlieren, wenn die USA als wichtigster Unterstützer ausfallen. Doch mit diesem Feuer spielt der Widersacher Bidens, Ex-Präsident Donald Trump, der im November erneut zum Präsidenten gewählt werden möchte. Dafür scheint ihm jedes Mittel recht zu sein, auch eine Niederlage der Ukraine gegen den russischen Aggressor.

Wie unberechenbar Trump ist, zeigt sich auch darin, dass er Nato-Verbündete, die nicht genug für Verteidigung ausgeben, nicht mehr schützen will. Außerdem steuert Trump die Republikaner im US-Kongress. Bisher lehnten sie die weitere Militärhilfe für die Ukraine ab. Noch gibt es eine Chance, dass das US-Parlament doch noch zustimmt, aber sie ist klein. Europa könnte die militärische und finanzielle Lücke nicht ausfüllen, die die USA hinterlassen würden. Wie Putin im Falle seines Sieges in der Ukraine weitermachen würde, ist westlichen Regierungschefs klar: Als skrupelloser Imperialist würde er sich weitere Regionen einverleiben – bis womöglich auch Nato-Gebiet betroffen wäre, was einen dritten Weltkrieg auslösen könnte.

Und noch eine schlechte Nachricht nahmen die deutschen Washington-Besucher mit: Der 81-jährige Biden, der enge Freund und Verbündete Europas, hat sich durch mehrere Versprecher und komische Verwechslungen im US-Wahlkampf angreifbarer gemacht. Biden war in seiner Jugend ein Stotterer, seine Sprache ist daher oft undeutlich. Zudem hat er Gicht, was seine steife Haltung beim Gehen erklärt. Doch die Zweifel, ob er in seinem fortgeschrittenen Alter mental einer zweiten Amtsperiode gewachsen ist, werden in den USA gerade größer. Das spielt Trump in die Hände, den niemand, der vernünftig ist, zurück im Weißen Haus sehen will.

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