Ab 21. März sollen die Waffen schweigen: Öcalan ruft PKK zum Waffenstillstand auf

Ab 21. März sollen die Waffen schweigen : Öcalan ruft PKK zum Waffenstillstand auf

In der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen der Türkei und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) scheint Bewegung zu kommen. Der inhaftierte kurdische Rebellenchef Abdullah Öcalan will die Kämpfer seiner Partei nach Presseberichten zu einer Waffenruhe ab März aufrufen.

Die türkische Zeitung "Radikal" meldete am Montag unter Berufung auf ein Gespräch Öcalans mit einer Kurdendelegation, die PKK-Waffenruhe solle am 21. März beginnen, dem traditionellen kurdischen Frühlingsfest Newroz. Öcalan wolle den Appell persönlich an die PKK richten. Auch die "Zeitung" Hürriyet berichtete von Plänen für eine Waffenruhe im März.

Der auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftierte Öcalan verhandelt seit Dezember mit dem türkischen Geheimdienst MIT über eine friedliche Beilegung des Kurdenkonflikts, der seit seinem Beginn 1984 mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet hat. Drei kurdische Parlamentsabgeordnete hatten Öcalan am Samstag auf Imrali besucht. Nach übereinstimmenden Presseberichten will Öcalan detaillierte Informationen über den Verhandlungsprozess in Briefen an die PKK-Führung im Nordirak, die PKK-Organisationen in Westeuropa sowie an die legale Kurdenpartei BDP darlegen.

Die Waffenruhe gilt als erste Stufe in Bemühungen um einen dauerhaften Gewaltverzicht der PKK. Laut "Radikal" peilt Öcalan für Mai oder Juni einen Rückzug der PKK-Kämpfer aus der Türkei an. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte in den vergangenen Wochen erklärt, der türkische Staat werde PKK-Trupps beim Rückzug in den Norden Iraks nicht angreifen. Die PKK unterhält ihr Hauptquartier im Nordirak. Erdogan kündigte am Wochenende an, er werde sich in einer Rede am Dienstag zu den Verhandlungen mit Öcalan äußern.

(AFP/felt/csi)
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