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Gesundheitsreform in den USA: "Obamacare"-Website bricht zusammen

Gesundheitsreform in den USA : "Obamacare"-Website bricht zusammen

Die Website der US-Regierung, auf der unversicherte Amerikaner eine Krankenversicherung abschließen können, ist kurz vor Ende der Anmeldungsfrist zusammengebrochen. Die Internetseite "HealthCare.gov" war am Montag knapp vier Stunden lang außer Betrieb.

Grund dafür war offenbar der rege Besucheransturm. Allein am Wochenende riefen täglich rund zwei Millionen Menschen die Seite auf. Regierungsvertreter erklärten, es handele sich nicht um einen Hackerangriff. Das Gesundheitsministerium machte ein Softwareproblem dafür verantwortlich. Regierungssprecher Aaron Albright erklärte, die üblichen nächtlichen Wartungsarbeiten seien verlängert worden, wodurch die Seite nicht erreichbar gewesen sei. Einzelheiten nannte er nicht. In den vergangenen Wochen waren täglich 1,5 Millionen Besuche auf der Seite gezählt worden, am Wochenende lag die Zahl bei rund zwei Millionen.

Am Montag lief die sechsmonatige Frist ab, innerhalb der sich US-Bürger für eine Krankenversicherung anmelden müssen. Dies ist Teil der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama. Mit der umstrittenen Maßnahme soll die Zahl der unversicherten Amerikaner - etwa 50 Millionen - reduziert werden.

Das ist "Obamacare"

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US-Präsident Barack Obama will als Teil seiner Gesundheitsreform den Millionen unversicherten Amerikanern erschwingliche Krankenversicherungen zur Verfügung stellen. Obamas Gegner lehnen das als "Obamacare" bekannte Programm unter anderem deshalb ab, weil es nicht freiwillig ist und Verweigerer eine Strafe an die US-Steuerbehörde zahlen müssen. Die Republikaner sehen das als Einmischung in die persönliche Lebenssphäre an und haben mehrfach versucht, das Gesetz zu kippen.

Nach den technischen Problemen im Oktober hatte die Obama-Regierung ihr Wunschziel der abgeschlossen Versicherungen bis Ende März nach unten revidiert und diese mit den mehr sechs Millionen Anträgen nun erreicht. Bisher haben sich aber vor allem ältere, weniger gesunde Menschen angemeldet und wenige junge, wodurch die zu zahlenden Prämien im kommenden Jahr steigen könnten. Die Obama-Regierung hofft aber, dass die vergangenen Wochen mehr junge Versicherte gebracht haben. Bis 2016 rechnet das Haushaltsbüro im Kongress damit, dass zusätzliche 25 Millionen Menschen versichert sein werden. Damit wären zu diesem Zeitpunkt 91 Prozent aller US-Bürger und Personen mit Aufenthaltsberechtigung versichert.

Das Gesetz beinhaltet Zuschüsse für Bürger mit niedrigen und mittleren Einkommen. Es macht es auch für Versicherungsunternehmen unmöglich, jenen eine Versicherung zu verweigern, die bereits gesundheitliche Probleme haben. Versicherer dürfen ihre Kunden auch nicht mehr fallenlassen, wenn sie Krankheiten bekommen, deren Behandlung teuer ist. Auch das Medicaid-Programm für die arme Bevölkerung wurde unter dem Gesetz ausgeweitet. Allerdings erlaubte es der Oberste Gerichtshof den einzelnen Staaten, aus Medicaid auszusteigen. Fast die Hälfte der Staaten haben sich gegen Medicaid ausgesprochen oder sind noch unentschieden.

(ap)