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Nordkorea: USA stellen Bedingungen vor Treffen mit Kim

Nordkorea-Krise : USA stellen Bedingungen vor Treffen mit Kim

Die USA haben Bedingungen für das angekündigte Treffen von Präsident Donald Trump mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un genannt. Zahlreiche US-Außenpolitiker zweifeln jedoch weiterhin an dem Sinn eines solchen Treffens.

Nordkorea habe eine Denuklearisierung sowie einen Stopp von Atom- und Raketentests versprochen und zugesagt, gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas zu akzeptieren, sagte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Freitag. Einen Gipfel werde es erst geben, wenn die USA sähen, dass Kim diesen Versprechen konkrete Taten folgen lasse.

In einem späteren Tweet zeigte sich Trump indes zuversichtlich: "Der Deal mit Nordkorea ist in der Mache und wird, falls abgeschlossen, ein sehr guter für die Welt sein", twitterte der Präsident. Das Treffen soll nach Angaben Südkoreas noch im Mai stattfinden. Trump und Sanders betonten indes, Ort und Zeit seien noch nicht vereinbart.

Über Monate hinweg hatten Trump und Kim sich gegenseitig beschimpft und mit atomarer Vernichtung gedroht. Seit sieben Jahrzehnten stehen sich die Vereinigten Staaten und Nordkorea feindselig gegenüber. Die Staaten sind offiziell im Kriegszustand, weil zum Ende des Koreakriegs von 1950 bis 1953 kein Friedensabkommen geschlossen wurde.

Keine diplomatischen Beziehungen

Washington und Pjöngjang unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen. Entsprechend historisch bedeutsam wäre ein Treffen zwischen dem US-Präsidenten und Kim: Eine entsprechende Zusammenkunft hat es bislang noch nie gegeben.

Beim Briefing im Weißen Haus versuchte Huckabee Sanders vor allem dem Eindruck entgegenzutreten, die USA hätten mit einem historischen Treffen zwischen Trump und Kim nichts gewonnen. Einige US-Abgeordnete und Außenpolitikexperten sehen wenig Sinn darin, einem solchen Gipfel ohne Vorbereitung durch Unterhändler zuzustimmen - zumal sich die USA und Nordkorea nicht sonderlich über den Weg trauen. Und in Nordkorea sitzen drei US-Bürger in Haft - aus US-Sicht aus politischen Gründen.

Einige vermuten, dass Pjöngjang Washington von dessen Verbündeten Seoul loseisen, die harten Sanktionen aufweichen und sich letztlich nur Zeit für den Ausbau des nordkoreanischen Atomprogramms kaufen wolle. In der Vergangenheit habe Nordkorea sich zudem nicht an Atomabkommen gehalten, argumentieren Bedenkenträger.

"Ein Präsidentenbesuch ist wirklich die höchste Münze im Gefilde diplomatischer Zirkel", sagte Bruce Klingner, Korea-Experte der konservativen US-Denkfabrik Heritage Foundation. Und Trump "gibt sie offenbar aus, ohne irgendetwas dafür zurückzubekommen, nicht einmal die Freilassung von drei US-Gefangenen."

"Beschuldigungen und Zorn"

Evans Revere, ein einst an Verhandlungen mit Nordkorea beteiligter Ex-Beater im US-Außenministerium, warnte davor, dass Nordkorea und die USA unter "Denuklearisierung" auf der koreanischen Halbinsel nicht das Gleiche verstehen könnten. Für Washington bedeute dies vor allem Pjöngjangs Aufgabe seines Atomarsenals. Für Nordkorea heiße dies aber auch die Beseitigung der als Bedrohung empfundenen Präsenz amerikanischer Truppen in Südkorea sowie der nuklearen Abschreckung, mit der die USA ihre Verbündeten in der Region schützt.

Im Übrigen habe Kim erst in seiner Neujahrsansprache die Bedeutung von Atomwaffen für Nordkoreas Sicherheit betont. Missverständnisse bei einem Gipfeltreffen könnten zu "gegenseitigen Beschuldigungen und Zorn" und sogar zu Militäraktionen führen, sollte Trump versagen und sich dann gedemütigt fühlen, warnte Revere.

(ap)