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Nordkorea treibt heimlich sein Raketenprogramm voran.

Bericht der „New York Times“ : Nordkorea treibt Raketenprogramm heimlich voran

Bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seinen Willen zu atomarer Abrüstung bekundet. Die Realität sieht wohl anders aus.

Nordkorea treibt nach Informationen der „New York Times“ ungeachtet der Abrüstungsgespräche mit den USA sein Atomwaffenprogramm voran. Das Blatt beruft sich dabei am Montag auf eine Untersuchung des US-Think-Tanks CSIS (Zentrum für strategische und internationale Studien).

Die Forscher bestätigten den Bericht. Sie hätten 13 geheime Standorte des nordkoreanischen Raketenprogramms lokalisiert. Mithilfe kommerzieller Satelliten seien die Anlagen aufgespürt worden, in denen die Führung in Pjöngjang Raketen und andere Technologien entwickle und baue, hieß es in einem CSIS-Bericht.

US-Präsident Donald Trump spricht regelmäßig von großen Fortschritten bei den Gesprächen mit Nordkorea. Im Juni hatte er sich in Singapur mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem historischen Gipfel getroffen. Kim hatte dort seinen Willen zur atomaren Abrüstung bekundet. Er hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wann und wie sein bestehendes Atomwaffen- und Raketenarsenal abgebaut werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. In den nächsten Monaten soll ein zweites Treffen Trumps mit Kim stattfinden.

Ursprünglich hatte sich US-Außenminister Mike Pompeo vor wenigen Tagen in New York mit Nordkoreas Chefunterhändler Kim Yong Chol treffen wollen, um den zweiten Gipfel vorzubereiten. Das Treffen war jedoch kurzfristig auf ein unbestimmtes Datum verschoben worden.

Es wird geschätzt, dass Nordkorea an insgesamt 20 geheimen Standorten weiter Raketen baut, auch wenn es seine Tests nach dem Treffen im Juni eingestellt hatte.

An den entdeckten Standorten gebe es keine Startvorrichtungen, und teilweise seien sie auch sehr rudimentär, hieß es in dem Bericht. Sie zeigten aber das Ausmaß des nordkoreanischen Raketenprogramms und die Entschlossenheit, dieses auch geheim zu halten, schrieben die Autoren.

Trump verkauft seine Nordkorea-Politik seit Monaten als großen Erfolg. Die „New York Times“ schrieb unter Berufung auf die neuen Erkenntnisse, die nordkoreanische Führung speise die US-Regierung bewusst mit kleinen Entgegenkommen ab, während sie hinter den Kulissen einen Ausbau des eigenen Raketenarsenals forciere.

(mlat/dpa)