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Nordkorea testet erneut Atomraketen - Kritik von Japan, USA und Südkorea.

Kritik von Japan, USA und Südkorea : Nordkorea testet erneut Raketen

Trotz internationaler Kritik nach den jüngsten zahlreichen Raketentests, versenkte Nordkorea am Dienstag nach Informationen von Südkorea offenbar ein weiteres Geschoss im Meer. Dabei hatten noch Stunden zuvor die US-Regierung ein Gesprächsangebot gemacht.

Nordkorea hat am Dienstag eine Serie von Raketentests fortgesetzt. Eine aus dem abgeschotteten Land abgefeuerte Rakete sei im Meer gelandet, erklärten die südkoreanischen und japanischen Streitkräfte. Das südkoreanische Militär sprach von einer Waffe, die wahrscheinlich für den Start von U-Booten entwickelt worden sei. Das kommunistische Land hatte im September zum ersten Mal nach einer langen Pause wieder Raketen getestet. Zugleich zeigte sich Pjöngjang offen für einen neuen Dialog mit Seoul, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt seien.

In einer Mitteilung des südkoreanischen Generalstabs hieß es, man habe entdeckt, dass der Norden eine Kurzstreckenrakete aus Gewässern in der Nähe der Hafenstadt Sinpo abgefeuert habe. Das südkoreanische und das US-Militär analysierten den Zwischenfall. Das südkoreanische Militär führte nicht aus, ob die Rakete von einem Schiff unter Wasser abgefeuert wurde oder von einer Plattform an der Wasseroberfläche.

Der japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi sagte dagegen, die erste Analyse seines Landes habe nahegelegt, dass der Norden zwei ballistische Raketen abgefeuert habe. Die japanische Küstenwache gab eine Sicherheitswarnung an Schiffe heraus, äußerte sich aber nicht dazu, wo genau die Raketen niedergingen. Sinpo ist ein wichtiger Standort der nordkoreanischen Verteidigungsindustrie und für die Produktion von U-Booten.

Japan protestierte nach Angaben aus Regierungskreisen über die „üblichen Kanäle“ bei Nordkorea, womit die Botschaften in Peking gemeint sein dürften - Japan und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida unterbrach eine Wahlkampfreise und kehrte nach Tokio zurück. Er wies die Regierung an, mit der Überarbeitung der nationalen Verteidigungsstrategie zu beginnen, um sich an die wachsenden Bedrohungen aus Nordkorea anzupassen. Japan könne über die jüngsten Entwicklungen nordkoreanischer Raketentechnik und den Einfluss auf die Sicherheit Japans und der Region nicht hinwegsehen, sagte er.

Südkorea berief ein Treffen des nationalen Sicherheitsrates ein und äußerte „tiefes Bedauern“ über den Raketenstart zu einem Zeitpunkt des Versuchs, die Diplomatie wiederzubeleben.

Das US-Indopazifik-Kommando erklärte, der Zwischenfall stelle keine unmittelbare Bedrohung für Personal der USA oder US-Territorium dar oder jenes von Verbündeten. Zugleich riefen die USA Nordkorea auf, „von weiteren destabilisierenden Handlungen abzusehen“.

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Der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin erklärte, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel seien in einem „kritischen Stadium“ und rief zu erneuerten Anstrengungen für eine diplomatische Lösung auf.

Nur Stunden vor dem jüngsten Test hatten die USA ihr Angebot zur Wiederaufnahme der diplomatischen Gespräche über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm bekräftigt. Der Sonderbeauftragte von US-Präsident Joe Biden für Nordkorea, Sung Kim, soll in den kommenden Tagen in Seoul Gespräche mit den Verbündeten der USA über die Aussichten auf eine solche Wiederaufnahme der Gespräche mit der Regierung in Pjöngjang führen.

Die Atomverhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang liegen seit mehr als zwei Jahren auf Eis. Hintergrund ist ein Streit über die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Nordkorea und die Bedingungen Washingtons für einen solchen Schritt. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat angekündigt, seine atomare Abschreckung zu verstärken. Seine Regierung hat bisher die Angebote der US-Regierung Biden zur Wiederaufnahme des Dialogs abgelehnt.

(AFP/dpa)