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Nordkorea räumt indirekt Existenz von Arbeitslagern ein

Staatssekretär spricht mit Reportern : Nordkorea räumt indirekt Existenz von Arbeitslagern ein

Ein ranghoher nordkoreanischer Diplomat hat indirekt die Existenz von Arbeitslagern in seinem Land eingeräumt. Zwar gebe es in seinem Land praktisch keine Haftlager, doch Arbeitslager, in denen die Insassen ihre Mentalität verbessern und ihr Fehlverhalten überdenken könnten, sagte der für UN-Angelegenheiten zuständige Staatssekretär Choe Myong Nam vor Reportern in New York.

In derartigen "Umerziehungs"-Arbeitslagern sitzen in der Regel herkömmliche Kriminelle und einige politische Gefangene ein, doch die meisten politischen Gefangenen werden laut Experten in straffer geführten Haftanstalten gehalten.

Zudem teilte der stellvertretende nordkoreanische UN-Botschafter Ri Tong Il mit, ein ranghoher Vertreter Pjöngjangs habe vor kurzem das EU-Hauptquartier in Brüssel aufgesucht und Interesse am Dialog bekundet. Zum Jahresende hoffe man auf die Aufnahme von politischen Gesprächen, denen im kommenden Jahr ein Dialog über Menschenrechte folgen werde.

Vor kurzem hatte der Fall eines US-Amerikaners für Aufsehen gesorgt. Er hatte bei der Einreise nach Nordkorea seinen Pass zerissen, um festgenommen zu werden. Er wollte in ein Gefangenenlager gelangen. Der 24-jährige US-Amerikaner Matthew Miller hat Ende September erstmals seit seiner Verurteilung zu sechs Jahren Arbeitslager in Nordkorea seinen Alltag beschrieben.

(ap)