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Nordkorea: Kim Jong Un räumt wirtschaftliche Probleme ein - Neuer Fünfjahresplan

Neuer Fünfjahresplan : Nordkoreas Kim Jong Un räumt wirtschaftliche Probleme ein

„Unvorhergesehene Probleme“ hätten dazu geführt, dass es Verzögerungen bei den Entwicklungszielen gibt, sagte der Machthaber. Auf einem der in Nordkorea extrem seltenen Parteitage soll daher ein neuer Plan beschlossen werden.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat Wirtschaftsprobleme offen eingeräumt. Wegen „unvorhergesehener und unvermeidlicher Herausforderungen“ im In- und Ausland habe sich die Wirtschaftslage nicht verbessert, sagte Kim auf einer Tagung des Zentralkomitees seiner Arbeiterpartei, wie die Staatsmedien am Donnerstag berichteten. Das Gremium erklärte, bei Entwicklungszielen gebe es ernste Verzögerungen und der Lebensstandard der Bevölkerung sei nicht bedeutend verbessert worden.

Abhilfe soll ein Fünfjahresplan für die Wirtschaft bringen, den ein Parteitag im Januar beschließen soll. Dieser solle die Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre prüfen und eine „genaue Linie des Kampfes und der strategischen und taktischen Politik“ vorgeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Nordkoreas Arbeiterpartei hatte zuletzt 2016 einen Parteitag einberufen - es war der erste derartige Kongress seit 36 Jahren. Auch damals legte Kim einen Fünfjahresplan vor, in dem unter anderem Ziele für eine verbesserte Stromversorgung und eine größere Agrar- und Industrieproduktion formuliert wurden.

Doch der nordkoreanischen Wirtschaft haben aus Expertensicht vor allem die US-geführten Sanktionen und die Coronavirus-Pandemie zugesetzt. Aus Furcht vor einem Übergreifen der Pandemie hat Nordkorea zahlreiche Beschränkungen verfügt, die den Handel mit China stark beeinträchtigen - ein wirtschaftliche Lebensader des weitgehend abgeschotteten Landes. Außerdem dürften die Betriebe in Nordkorea nicht mehr voll arbeiten können.

Derweil wird in dem KCNA-Bericht nicht direkt die Atomdiplomatie mit den USA erwähnt. Die Gespräche sind praktisch zum Erliegen gekommen, weil Pjöngjang sich eine Lockerung von Sanktionen wünscht, aber Washington von Nordkorea verlangt, vorher mehr Schritte hin zur nuklearen Abrüstung zu machen.

(cpas/dpa)