1. Politik
  2. Ausland

Nordkorea: Kim Jong Un besucht Waisenkinder

Neue Propaganda-Tour des Machthabers : Nordkorea: Kim Jong Un besucht Waisenkinder

Propaganda-Bilder sind für Nordkoreas Machthaber seit jeher ein wichtiges Instrument in der Außendarstellung. Während sich Kim Jong Il vor allem in Fabriken ablichten ließ, zeigt sich sein Sohn, der jetzge Herrscher Kim Jong Un, auch gerne mal volksnah. So wie jetzt wieder, als er einem Waisenhaus einen Besuch abstattete.

An der Seite seiner Berater und seiner Ehefrau Ri Sol-Ju kam Kim Jong Un in das Krankenhaus in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Während er in der Halle fleißig dozierte, schrieben seine Berater eifrig mit. Ein Bild, dass man immer wieder sieht, wenn der Machthaber des abgeschotteten und völlig verarmten Landes Fabriken und Regionen in Nordkorea besucht, um in allerbester Propaganda-Manier zu zeigen, dass doch alles zum besten bestellt sei.

Diesmal aber ist Kim Jong Un eben nicht nur in der Klinik, um sich die Errungenschaften zeigen zu lassen, sondern auch, um ein darin beheimatetes Waisenhaus zu besuchen. Der Machthaber gibt sich volksnah und menschlich — ganz anders also als der Herrscher, der eiskalt seinen eigenen Onkel hinrichten ließ.

In dem Waisenhaus legt er ein Dauerlächeln auf, nimmt — genau wie seine Frau — ein Kind auf den Arm, lässt die Kleinen an sich herumzerren und freut sich riesig über ein Gruppenbild mit Kindern und Schwestern. Die Kleinen aber wirken bei so viel Trubel alles andere als glücklich.

Als es an das Truppenfoto geht und so manches Kind noch schön in die Mitte platziert wird, sind es vor allem ernst drein schauende Kinder, die in die Kamera blicken, auch Tränen sind zu sehen. Denn was die Bilder nicht zeigen ist, ob es den Kleinen in dem Waisenhaus wirklich gut geht. Kim Jong Un aber hat das, was er will: Beste Propaganda-Fotos, die ihn als den fürsorgenden Machthaber zeigen, den er so gern für die Bevölkerung gibt.

(das)