Verstoß gegen UN-Resolution: Nordkorea feuert weitere Mittelstreckenraketen ab

Verstoß gegen UN-Resolution : Nordkorea feuert weitere Mittelstreckenraketen ab

Am Rande des Atomgipfels in Den Haag spricht US-Präsident Obama mit den Regierungschefs der Region über die Gefahr aus Nordkorea. Wenige Stunden später schießt Pjöngjang wie zur Bestätigung mehrere Raketen ab.

Nordkorea hat zwei Mittelstreckenraketen abgefeuert und damit die Lage in der Region eskaliert. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums erklärte, die Raketen vom Typ Rodong seien am frühen Mittwochmorgen wohl von einer mobilen Abschussrampe an der Ostküste Nordkoreas gestartet worden, etwa 650 Kilometer weit geflogen und offenbar ins Meer gestürzt. Wenige Stunden zuvor hatten die USA, Südkorea und Japan bei einem seltenen gemeinsamen Treffen über eine Bedrohung aus Nordkorea gesprochen.

Das US-Außenministerium bestätigte später ebenfalls den Abschuss von Rodong-Raketen und warf Nordkorea vor, offensichtlich keine Warnung für die Schifffahrt in dem möglichen Einschlagsgebiet ausgegeben zu haben.

Die Raketenstarts sind ein Verstoß gegen eine entsprechende UN-Resolution gegen Nordkorea. Es waren zudem die ersten Abschüsse von Rodong-Raketen seit dem Jahr 2009. Nordkorea verfügt über etwa 300 dieser Waffen. Sollte das Land die Fähigkeit entwickeln, Atomsprengköpfe zu bauen, so wäre Pjöngjang damit zu einem nuklearen Raketenangriff auf US-Stützpunkte in Japan in der Lage.

In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea bereits eine Reihe von Kurzstreckenraketen abgeschossen - offensichtlich als Zeichen des Protestes gegen ein gemeinsames Manöver südkoreanischer und amerikanischer Streitkräfte, das Pjöngjang als Vorbereitung für eine Invasion wertet.

Der Abschuss vom Mittwoch ereignete sich wenige Stunden nach dem Atomgipfel in den Niederlanden und einem anschließenden Sechs-Augen-Gespräch von US-Präsident Barack Obama mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe und der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye.

Dabei hatte Obama vor einem atomar bewaffneten Nordkorea gewarnt. Ein solches Szenario sei nicht hinzunehmen, sagte Obama. Die Zusammenarbeit zwischen den USA, Japan und Südkorea sei ein deutliches Zeichen an die Regierung in Pjöngjang, dass die drei Länder auf Drohungen und Provokationen gemeinsam reagieren würden.

Es war das erste direkte Treffen zwischen Abe und Park, seit beide im vergangenen Jahr ihr Amt antraten. Die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Staaten bereiten auch den USA Sorge. Hintergrund des Konflikts ist das Verhalten Japans im Zweiten Weltkrieg, unter anderem die Zwangsprostitution südkoreanischer Frauen. Mit Gesten wie dem Besuch eines umstrittenen Schreins für die japanischen Kriegstoten hatte Abe Südkorea weiter gegen sich aufgebracht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gigantische Militärparade in Nordkorea

(ap)
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