Waffentest Nordkorea feuert erneut Rakete übers Meer

Tokio/Seoul · Kurz vor den Präsidentschaftswahlen in Südkorea hat Nordkorea offenbar erneut eine Rakete getestet. Experten befürchten, Diktator Kim Jong Un könne die internationale Aufmerksamkeit für die Ukraine ausnutzen.

 Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un.

Foto: AFP/STR

 Inmitten des eskalierenden Ukraine-Konflikts hat Nordkorea nach südkoreanischen und japanischen Erkenntnissen erneut eine Rakete getestet. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf die Regierung in Tokio berichtete, handelte es sich möglicherweise um eine ballistische Rakete. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs wurde das Projektil in östliche Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) abgefeuert. Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hatte im Januar bereits sieben Raketen getestet, zuletzt auch eine Mittelstreckenrakete.

Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sollte in Seoul der Sicherheitsrat zusammentreten. UN-Resolutionen untersagen dem nördlichen Nachbarn die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

Mit dem Test einer Mittelstreckenrakete war es über die vorangegangen Waffentests in diesem Jahr kürzlich hinausgegangen. Nordkorea hatte davor ballistische Raketen von kurzer Reichweite, Marschflugkörper und eigenen Angaben zufolge auch Hyperschallraketen getestet, die mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen können.

In Südkorea finden am 9. März Präsidentschaftswahlen statt. Südkoreanische Experten befürchten, dass Nordkorea die Entwicklung von Raketen vorantreiben könnte, während sich die internationale Aufmerksamkeit auf den russischen Einmarsch in die Ukraine konzentriert.

Nordkorea sind Tests von Raketen und Atomwaffen nach einer Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen untersagt. Versuche, den international nahezu vollständig isolierten Staat auf diplomatischem Wege davon abzubringen, sind bislang nicht erfolgreich verlaufen.

(peng/dpa/Reuters)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort