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Nordkorea droht mit "ultra-hartem Reaktionskrieg auf US-Gebiet"

Affäre um Cyber-Attacke : Nordkorea droht mit "ultra-hartem Reaktionskrieg auf US-Gebiet"

Im Streit um die Cyber-Attacke auf Sony Pictures hat Nordkorea seinen Ton gegenüber den USA verschärft. Die Nationale Verteidigungskomission drohte am Sonntag mit einem militärischen Angriff auf US-Boden.

Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf nordkoreanische Staatsmedien. Nordkorea werde einen "ultra-harten Reaktionskrieg führen, der sich gegen das gesamte US-Festland richtet", hieß es demnach in der Erklärung des mächtigsten Entscheidungsgremiums des Landes.

Zuvor hatte Nordkorea die USA noch zu gemeinsamen Ermittlungen aufgerufen. Das Außenministerium in Pjöngjang wies Anschuldigungen Washingtons in der Affäre zurück und drohte am Samstag mit "ernsten Konsequenzen", sollten die USA den Vorschlag ablehnen.

"Wir können zeigen, dass wir mit dem Fall nichts zu tun haben", wurde ein Sprecher von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. Die US-Regierung schenkt der Unschuldsbeteuerung des weithin isolierten Landes keinen Glauben.

Dass die USA mit Nordkorea eine gemeinsame Untersuchung starten, ist nach Meinung von Beobachtern sehr unwahrscheinlich. Eine der derzeit in Washington diskutierten Möglichkeiten sei es, Nordkorea erneut auf die Liste mit Staaten zu setzen, die den Terrorismus förderten, berichteten US-Medien.

Die USA hätten in der Hacker-Affäre China um Zusammenarbeit gebeten, schrieb das "Wall Street Journal". "Wir haben den Fall mit den Chinesen diskutiert, um Informationen in dem Fall auszutauschen", wurde ein hochrangiger US-Regierungsbeamter zitiert.

Bei der Attacke waren im November flächendeckend die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen und zahlreiche Daten gestohlen worden. Der Angriff wird in Verbindung mit der Nordkorea-Satire "The Interview" gebracht. In dem Film bekommen zwei US-Journalisten den Auftrag, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten. Nach dem Cyber-Angriff und darauffolgenden Terrordrohungen wurde die geplante Premiere des Films abgesagt.

"Die Regierung Nordkoreas hat eine lange Geschichte darin, die Verantwortung für destruktives und provokatives Handeln von sich zu weisen", sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Mark Stroh. Das Weiße Haus stehe hinter den Ermittlungen der Bundespolizei FBI. Die US-Regierung sei überzeugt, dass Nordkorea für den Cyber-Angriff auf Sony Pictures verantwortlich sei.

US-Präsident Barack Obama hatte angekündigt: "Wir werden darauf entsprechend antworten, wann und wie wir es wollen." Er nannte es einen Fehler des Filmstudios, den Kinostart abzusagen. "Wir können nicht in einer Gesellschaft leben, in der irgendein Diktator irgendwo anfängt, in den USA Zensur auszuüben."

Am Samstag wurde auch bekannt, dass der Chef des Sony-Konzerns, Kazuo Hirai in Japan, sich Medien zufolge schon frühzeitig besorgt über den Film gezeigt hatte. Bereits im Juni habe Hirai Anstoß an einzelnen Szenen genommen, berichtete die "Los Angeles Times". Die Zeitung griff E-Mails zwischen der Sony Corp. in Tokio und dem Filmstudio in Kalifornien auf, die Hacker nach ihrer Attacke auf das Unternehmen im Internet veröffentlicht hatten.

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(dpa)