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Elf Fakten: Nordkorea - das geheime Land

Elf Fakten : Nordkorea - das geheime Land

Washington (rpo). Der Konflikt um die nordkoreanischen Raketentests spitzt sich zu. Ein Diplomat drohte mit "radikalen Gegenmaßnahmen", sollte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen sein Land verhängen. Unbeeindruckt hat Nordkorea weitere Übungen dieser Art angekündigt. "Unsere Streitkräfte werden ihre Test zum Start von Raketen fortsetzen", teilte das nordkoreanischen Außenministerium mit.

Die Tests gehören zu den "normalen Militärübungen", mit denen Nordkorea seine Selbstverteidigung ausbauen wolle, heißt es weiter. Wenn irgendjemand Druck auf die Führung in Pjöngjang ausübe, "müssten wir dies mit stärkerem physischen Einsatz erwidern". Der US-Fernsehsender NBC hatte zuvor berichtet, dass Nordkorea eine weitere Langstreckenrakete testen wolle.

Die USA und Japan arbeiteten einen Entschließungsentwurf für den Sicherheitsrat der UNO aus, der Strafen gegen die kommunistische Regierung in Pjöngjang vorsieht. Nordkorea hatte am Mittwoch erstmals seit acht Jahren wieder Raketen getestet und damit weltweit scharfe Proteste ausgelöst. Unter den sieben Testraketen war auch eine Taepodong-2, die theoretisch US-Territorium erreichen kann. Die Tests schlugen nach Angaben der USA und Japans fehl.

Nordkorea gilt wahlweise als das geheime Land oder - schlimmer ausgedrückt - als das Land der Finsternis. Die Regierung in der Hauptstadt Pjöngjang hat das Land völlig isoliert, es dringen kaum Nachrichten nach außen. Offiziell herrscht dort ein kommunistisches Regime, das in der Welt jedoch als Diktatur betrachtet wird. Zwar unterhält Nordkorea eine große Armee, ansonsten ist das Land aber bitterarm. Immer wieder warnen Hilfsorganisationen vor großen Hungersnöten.

Im Falle der Raketenkrise jedoch werden die Töne aus Pjöngjang schärfer. "Wir werden gezwungen sein, radikale Gegenmaßnahmen zu ergreifen, falls Sanktionen verhängt werden", sagte der stellvertretende Leiter der nordkoreanischen UN-Mission, Han Song Ryol, in einem Interview des Fernsehsender TBS.

USA und Japan drängen auf Sanktionen

Die USA und Japan dringen nach dem Test einer nordkoreanischen Langstreckenrakete auf die Verhängung von Sanktionen gegen kommunistischen Staat.

Die USA setzten weiterhin auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. Aus seiner Sicht sei notwendig, dass die Vereinigten Staaten nicht allein, sondern gemeinsam mit anderen Staaten auf die Tests reagierten, sagte US-Präsident George W. Bush am Mittwoch in Washington. Darum würden fünf Länder - Russland, Südkorea, Japan, China und die Vereinigten Staaten - weiter an einer Reaktion arbeiten.

Die von Nordkorea abgefeuerte Langstreckenrakete Taepodong-2 sei nicht sehr lange in der Luft geblieben, sagte Bush weiter. Das verringere jedoch nicht sein Anliegen, "dieses Problem zu lösen." Mit den Tests habe sich das Land weiter isoliert. Der US-Präsident zeigte sich "tief besorgt über das Leid des nordkoreanischen Volkes. "

Auch wenn die Vereinigten Staaten prinzipiell nicht auf die Option eines Militäreinsatzes verzichten würden, stehe die Welt nicht vor einem "dritten Weltkrieg", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow. Die Bemühungen der US-Regierung um eine gemeinsame Reaktion der internationalen Gemeinschaft zeigten, dass sie eine "diplomatische Lösung" anstrebe.

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(afp)