Gewalt im Land nimmt zu Blauhelme ziehen aus Rebellengebiet im Norden Malis ab

Bamako · Die UN-Mission nennt die Gefahrenlage für ihre Soldaten als Grund für die Entscheidung. Flüge für die Angehörigen der Mission genehmigte die regierende Junta anscheinend nicht.

Die Blauhelme der Vereinten Nationen ziehen sich aus dem Rebellengebiet im Norden Mails zurück.

Die Blauhelme der Vereinten Nationen ziehen sich aus dem Rebellengebiet im Norden Mails zurück.

Foto: AP/Rebecca Blackwell

UN-Blauhelmsoldaten haben sich am Dienstag deutlich früher als geplant aus einer Rebellenhochburg im Norden Malis zurückgezogen. Rund 850 Friedenssoldaten und 150 weitere Mitarbeiter hätten den Stützpunkt in Kidal verlassen, teilte die UN-Mission Minusma mit. Die Mission hat damit inzwischen acht ihrer 13 Stützpunkte aufgegeben, seit die regierende Junta in dem westafrikanischen Land im Juni den Abzug der 15 000 Mann starken UN-Truppe anordnete.

Die Bedingungen für den Abzug von den Stützpunkten seien äußerst schwierig gewesen, teilte die Mission mit. Zu den Gründen gehörten die Verschlechterung der Sicherheitslage und die daraus folgenden Gefahren für die Friedenstruppen. Ein Mitarbeiter von Minusma sagte der Nachrichtenagentur AP, die Blauhelme hätten Kidal in Konvois verlassen, weil die Militärjunta sich geweigert habe, Flüge zur Rückführung von UN-Ausrüstung und zivilem Personal zu genehmigen. Der Stützpunkt und der Flugplatz der Stadt stünden jetzt unter der Kontrolle von Tuareg-Rebellen.

Mali hat seit 2012 Mühe, einen Aufstand islamistischer Extremisten einzudämmen. 2013 griff Frankreich in seiner einstigen Kolonie militärisch ein und konnte die Dschihadisten in Städten im Norden des Landes von der Macht vertreiben. Doch formierten sich die Extremisten in der Wüste neu und begannen Malis Armee und deren Verbündeten zu attackieren.

Einige Monate später nahm die UN-Blauhelmmission mit mehr als 15 000 Kräften ihre Arbeit auf. Sie sollte das westafrikanische Land stabilisieren. Doch der Einsatz wurde zu einer der weltweit gefährlichsten UN-Missionen. Seit 2013 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen in Mali mehr als 300 Minusma-Angehörige getötet. 2022 zog Frankreich seine Soldaten aus dem Land ab.

Die Gewalt zwischen Tuareg-Rebellen und dem malischen Militär nimmt erneut zu, was die Vereinten Nationen dazu veranlasste, ihren ursprünglich für Mitte November geplanten Abzug vorzuziehen.

(pvk/dpa)