1. Politik
  2. Ausland

Nord- und Südkorea sprechen über Abbau von Spannungen

Diplomatische Annäherung : Nord- und Südkorea sprechen über Abbau von Spannungen

Konkrete Ankündigungen werden nach den jüngsten Treffen nicht erwartet, aber die diplomatische Annäherung auf der koreanischen Halbinsel geht sichtlich weiter.

Hochrangige Generäle aus beiden Ländern haben sich an der gemeinsamen Grenze getroffen, um Wege zur militärischen Entspannung auf der koreanischen Halbinsel zu diskutieren, wie Regierungsmitarbeiter aus Seoul am Dienstag verkündeten. Große Ankündigungen wurden nach dem Treffen nicht erwartet.

Bei dem Treffen am Dienstag im Grenzort Panmunjom ging es um die Umsetzung der Vereinbarungen, die beide Staaten bei ihrem Gipfeltreffen Ende April getroffen hatten. Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatten sich in einer Erklärung unter anderem auf eine stufenweise militärische Abrüstung verständigt.

Es wurde erwartet, dass beide Seiten bei den Gesprächen auf Generalsebene auch über Maßnahmen zur Entmilitarisierung von Panmunjom sowie zur Schaffung einer Friedenszone an ihrer umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer reden. Bei Militärgesprächen im Juni hatten sich Süd- und Nordkorea darauf geeinigt, ihre militärischen Kommunikationsleitungen wiederherzustellen.

Vor wenigen Tagen hat Nordkorea Überreste gefallener amerikanischer Soldaten im Koreakrieg von 1950 bis 1953 an die Vereinigten Staaten übergeben. Als Gegenleistung könnte Nordkorea von den USA eine Erklärung zum Kriegsende verlangen, wie Experten mutmaßten. Analyst Cho Han Bum vom Institut für nationale Wiedervereinigung in Seoul sagte, bei dem Treffen der Generäle am Dienstag sei dies möglicherweise Thema.

Der Koreakrieg endete vor 65 Jahren nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag - technisch befinden sich Nord- und Südkorea daher noch im Krieg.

Nordkoreas Machthaber hatte beim Treffen mit Moon wie auch später beim Gipfel mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur seine Bereitschaft zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bekräftigt. Die international isolierte Führung in Pjöngjang hatte aber bisher keinen Zeitplan dafür vorgelegt. Auch fordert sie synchrone Schritte wie etwa einen Friedensvertrag mit dem Südkorea-Verbündeten USA.

(sbl/dpa)