Nihat Zeybekci: Türkischer Wirtschaftsminister verklagt "Bild"-Zeitung

"Beleidigung des Präsidenten" : Türkischer Wirtschaftsminister verklagt "Bild"-Zeitung

Türkischer Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci spricht in Köln

Der türkische Wirtschaftsminister eröffnet einen weiteren Nebenkriegsschauplatz in den belasteten deutsch-türkischen Beziehungen: Nihat Zeybekci hat die "Bild"-Zeitung wegen Beleidigung verklagt.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete, warf er dem Boulevardblatt "die schwere Beleidigung des Präsidenten und eines Regierungsministers" vor. Möglicherweise bezieht sich der Minister aber auch auf einen Bericht bei "bild.de", in dem er als "treuester Kettenhund" von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet wurde. Es war aus der Meldung von Anadolu nicht ersichtlich, auf welchen "Bild"-Artikel sich die Anzeige letztendlich bezog.

"Wir werden uns öffentlich nicht dazu äußern", sagte die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Axel Springer SE, Edda Fels, zu den Vorwürfen. "Aber wir werden das natürlich prüfen, wenn gegen "Bild" juristisch vorgegangen werden soll."

Zeybekci sprach von "niveaulosen Beleidigungen", die gegen die ganze Türkei gerichtet seien. Daher würden "rechtliche Schritte gegen die betreffende Publikation eingeleitet und bis zum Schluss verfolgt". Der Artikel schade auch der Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei.

Zeybekci war am Wochenende in Köln und Leverkusen aufgetreten. Eine Kundgebung in Frechen wurde abgesagt. Zuvor war bereits ein anderer Auftritt in Köln abgesagt worden, was in der Türkei auf harsche Kritik gestoßen war.

Zwischen Deutschland und der Türkei gibt es seit Tagen heftigen Streit um die Auftritte türkischer Minister, die in Deutschland vor ihren Landsleuten für die Einführung des Präsidialsystems bei dem umstrittenen Verfassungsreferendum am 16. April werben wollen.

Am Dienstagabend wollte Außenminister Mevlüt Cavusoglu vor Türken im Generalkonsulat in Hamburg dazu sprechen.

(felt/AFP/dpa)