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Niederlande-Wahlen: Geert Wilders verliert in Umfragen an Boden

Niederlande : Geert Wilders verliert in den letzten Umfragen vor der Wahl

Am Tag vor den niederländischen Parlamentswahlen liegt die Partei von Ministerpräsident Mark Rutte in Umfragen vorn. Die rechtspopulistische "Freiheitspartei" von Geert Wilders sackt demnach ab.

Die Meinungsforschungsinstitute "I&O Research" und "Ipsos" sehen die Partei des Ministerpräsidenten VVD mit 27 oder 29 Sitzen deutlich vor Wilders' Partei. Dabei profitierte die Partei von Mark Rutte laut "I&O" vom diplomatischen Konflikt mit der Türkei der vergangenen Tage. Die "Freiheitspartei" liegt laut Demoskopen hingegen bei 16 oder 20 Sitzen.

Für einen deutlichen Sieg dürfte das aber nicht reichen: Neben Wilders' Partei erreichen in den Umfragen weitere zwei Parteien die 20-Sitze-Marke. Zudem sind viele Niederländer noch unentschlossen, welcher Partei sie ihre Stimme geben.

Eine Beteiligung Wilders' an einer künftigen Regierung scheint derweil ausgeschlossen. Ministerpräsident Rutte hatte noch am Montagabend bekräftigt, er werde nicht mit Wilders zusammenarbeiten. Fast alle Parteien schließen eine Zusammenarbeit dem Rechtspopulisten aus.

Die Abstimmung im Nachbarland ist der Auftakt des europäischen Superwahljahres. Das Ergebnis könnte Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus haben. Der Wahlkampf war bestimmt vom Thema Zuwanderung. Nachdem Wilders in der Vergangenheit häufig gegen Zuwanderer - vorallem aus muslimischen Ländern - gewettert hatte, setzte zuletzt auch Premier Rutte auf deutliche Signale.

Auftritten türkischer Minister in den Niederlanden erteilte er eine Absage. Nachdem zunächst der türkische Außenminister nicht in Rotterdam landen durfte, wurde die türkische Familienministerin des Landes verwiesen. Demonstrationen von Erdogan-Anhängern wurden von der Polizei aufgelöst.

Ob sich der positive Trend Ruttes auch im Wahlergebnis niederschlägt ist ungewiss und dürfte in gewissen Maße auch vom Auftritt der Spitzenkandidaten im TV-Duell am Vorabend der Wahl abhängen. Der Gang zur Urne ist am Mittwoch meist ab 7.30 Uhr möglich. In einigen Bahnhöfen öffnen die Wahllokale bereits kurz nach Mitternacht am Mittwoch. Mit einer ersten Hochrechnung wird um 21 Uhr gerechnet, dann schließen die Wahllokale.

(maxk)