Ungewöhnliches Dementi Neue Nato-Generalsekretärin entpuppt sich als Aprilscherz

Brüssel · Die Wiener Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova schrieb am 1. April im Onlinedienst X, Katja Kallas würde als erste Frau und Osteuropäerin zur Nato-Generalsekretärin werden. Nun entpuppt sich die Aussage als Aprilscherz.

 Kaja Kallas, Ministerpräsidentin von Estland, äußert sich bei einer Pressekonferenz vor der Verleihung des Walther-Rathenau-Preises in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank (Archivbild).

Kaja Kallas, Ministerpräsidentin von Estland, äußert sich bei einer Pressekonferenz vor der Verleihung des Walther-Rathenau-Preises in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank (Archivbild).

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Ein ungewöhnliches Dementi hat Estlands Regierungschefin Kaja Kallas abgegeben: Sie nannte es am Dienstag im Onlinedienst X einen „Aprilscherz“ und „nicht wahr“, dass sie neue Nato-Generalsekretärin werde. Kallas reagierte damit auf Glückwünsche des renommierten britischen Historikers Timothy Garton Ash.

Dieser war offensichtlich auf den Aprilscherz hereingefallen, den die Wiener Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova verbreitet hatte. Sie schrieb am 1. April im Onlinedienst X, Kallas habe sich die „Unterstützung der Vereinigten Staaten, Frankreichs, Deutschland und des Vereinigten Königreichs“ gesichert, als erste Frau und Osteuropäerin Nato-Generalsekretärin zu werden. Dazu stellte Tchakarova ein Foto von Kallas mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

„Schade, dass es nur ein Aprilscherz war“, schrieb Tchakarova dann einen Tag später auf X. „Viele wünschen sich Kaja Kallas offenbar als nächste Nato-Generalsekretärin“, bemerkte die frühere Leiterin des Österreichischen Instituts für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) angesichts der vielen positiven Reaktionen.

Kallas hatte bereits im vergangenen Jahr Interesse an dem Nato-Spitzenposten bekundet und findet laut Diplomaten vor allem in Osteuropa Zuspruch. Die USA und die drei anderen großen Bündnisländer hatten sich allerdings im Februar für einen Mann als Nachfolger von Generalsekretär Jens Stoltenberg ausgesprochen, der im Herbst aufhört: den scheidenden niederländischen Regierungschef Mark Rutte.

Bisher zeichnet sich in der Allianz jedoch nicht der nötige Konsens für Rutte ab. Rumänien hat seinen Präsidenten Klaus Iohannis als Gegenkandidaten aufgestellt. Auch Ungarns Regierungschef Viktor Orban will Rutte laut Diplomaten verhindern, weil sich dieser auf EU-Ebene mehrfach kritisch zu Rechtsstaatsmängeln in Ungarn geäußert hat.

(esch/AFP)
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