Nato: Anders Fogh Rasmussen "Alle für einen, einer für alle"

Schnelle Eingreiftruppe beschlossen : Die Nato bekommt ihre "Speerspitze"

Die Nato hat die Schaffung einer sehr schnell einsetzbaren Truppe beschlossen, um innerhalb weniger Tage auf Bedrohungen reagieren zu können. Das teilte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag im britischen Newport mit.

Mit der "Speerspitze" signalisiert das Bündnis, dass es einen russischen Angriff auf seine östlichen Mitglieder verhindern will. Grundsätzlich soll die Truppe aber überall einsetzbar sein.

Die Truppe soll 3000 bis 5000 Soldaten umfassen und innerhalb von zwei bis drei Tagen einsatzbereit sein. Sie wird Teil der Schnellen Eingreiftruppe der Nato (Nato Response Force/NRF) sein.

Falls die "Speerspitze" eingesetzt wird, sollen die Soldaten nur mit leichtem Gepäck ausgerüstet sein. Fahrzeuge, Waffen, Munition und andere Ausrüstung werden den Plänen zufolge in möglichen Einsatzländern gelagert.

Zuvor hatte die Nato ihre Verpflichtung zur gegenseitigen Verteidigung bekräftigt. "Wir sind von einem eisernen Versprechen verbunden, uns gegenseitig gegen Angriffe zu verteidigen", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag im walisischen Newport am zweiten Tag des Gipfeltreffens der Allianz. "Alle für einen, einer für alle."

Im Laufe des Tages will die Nato als Reaktion auf den Konflikt mit Russland wegen der Krise in der Ukraine einen Aktionsplan für Osteuropa beschließen. Dieser sieht eine erhöhte Präsenz des Bündnisses in der Region vor. Besonders die osteuropäischen Mitgliedstaaten hatten eine Reaktion und die permanente Stationierung von Nato-Truppen bei ihnen gefordert. Der Aktionsplan ist ein Kompromiss zwischen ihnen und Ländern wie Deutschland, die an der Nato-Russland-Grundakte festhalten und somit von dauerhaften Truppenstationierung in Osteuropa absehen wollen.

"Wir müssen sicherstellen, dass die Nato in der Lage, bereit und gewillt bleibt, alle Alliierten gegen jede Bedrohung zu verteidigen", sagte Rasmussen. "Heute werden wir sicherstellen, dass wir die richtigen Kräfte und die richtige Ausrüstung für so lange wie nötig an dem richtigen Ort haben." Dazu müsse aber auch der Trend schrumpfender Verteidigungsbudgets gestoppt werden, mahnte Rasmussen die Mitgliedstaaten. Besonders den USA ist es ein Dorn im Auge, dass die Europäer in der Schuldenkrise den Rotstift auch stark an ihren Verteidigungsbudgets angesetzt haben.

(DEU)