Wegen möglicher Bedrohung Mann nach Abriegelung von iranischem Konsulat in Paris festgenommen

Paris · Ein Mann wurde nach der Abriegelung des iranischen Konsulats in Paris festgenommen. Waffen und Sprengstoff seien nicht gefunden worden. Nur eine Attrappe eines Sprengstoffgürtels.

 Polizisten und Rettungskräfte warten auf Anweisungen vor dem iranischen Konsulat in Paris. Wegen einer möglichen Bedrohungslage ist die französische Polizei am iranischen Konsulat in Paris im Einsatz.

Polizisten und Rettungskräfte warten auf Anweisungen vor dem iranischen Konsulat in Paris. Wegen einer möglichen Bedrohungslage ist die französische Polizei am iranischen Konsulat in Paris im Einsatz.

Foto: dpa/Thomas Padilla

Nach der Abriegelung des iranischen Konsulats in Paris wegen einer möglichen Bedrohung haben Polizisten einen Mann festgenommen. Der Mann sei gegen 11 Uhr gesichtet worden, sagte der Sprecher. Mit der Attrappe eines Sprengstoffgürtels ist in Paris er in das iranische Konsulat eingedrungen und hat einen großen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Spezialeinheit der Polizei sperrte das Gebiet am Freitag zunächst ab, weil eine Bedrohungslage befürchtet wurde, wie die Pariser Polizeipräfektur mitteilte. Schließlich verließ der 60 Jahre alte Iraner das Konsulat von sich aus wieder und wurde festgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Im Konsulat habe er mit einer Gewalttat gedroht, letztlich aber keinerlei Waffen bei sich gehabt. Unter dem Vorwurf einer Todesdrohung kam der Mann in Polizeigewahrsam.

Der in Frankreich lebende Iraner habe im vergangenen September bereits aus Protest gegen das iranische Regime vor dem Konsulatsgebäude Autoreifen in Brand gesetzt. Dafür war er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, die noch nicht rechtskräftig war, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Die Kriminalpolizei versuche nun, die Motive des Mannes für sein Eindringen in das Konsulat zu ermitteln.

Mitarbeiter des Konsulats hatten zuvor berichtet, ein Mann möglicherweise „mit einer Granate oder einer Sprengstoffweste“ sei im Gebäude gesichtet worden. Laut der Präfektur hatte das Konsulat daraufhin einen Polizeieinsatz angefordert. Das im Westen von Paris gelegene iranische Konsulat wurde vollständig abgeriegelt, zahlreiche Polizisten waren auf der Straße zu sehen. Eine nahe gelegene Metro-Station wurde geschlossen, der Verkehr auf zwei Metro-Linien eingestellt.

Aufnahmen im Fernsehen und in sozialen Medien zeigten Polizisten, die das Konsulat umstellten. Später war zu sehen, wie einige der Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute wieder abrückten. Der Zwischenfall erfolgte vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen im Nahen Osten, unter anderem zwischen dem Iran und Israel. Im Sommer ist Paris Gastgeber der Olympischen Spiele.

(csan/AFP/DPA)
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