Truppen jetzt auf beiden Seiten von Gaza-Stadt Israelische Soldaten dringen tiefer in Norden von Gazastreifen vor

Chan Junis · Ein Panzer und ein Bulldozer haben offenbar eine Schnellstraße blockiert, über die Palästinenser nach Aufforderung Israels flüchten sollten. In einem Video ist offenbar tödlicher Panzerbeschuss eines Autos zu sehen.

 Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen (Symbolfoto).

Israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen (Symbolfoto).

Foto: dpa/Ilia Yefimovich

Israelische Soldaten sind am Montag mit schwerer Ausrüstung tiefer in den Norden und in die Mitte des Gazastreifens vorgedrungen. Aus Videoaufnahmen, die der Nachrichtenagentur AP vorlagen, ging hervor, dass ein israelischer Panzer und Bulldozer die wichtigste Schnellstraße zwischen dem Norden und Süden des Gebiets blockierten. Das israelische Militär hatte zuvor Palästinenser aufgefordert, über diese Straße zu flüchten.

Der israelische Militärsprecher Daniel Hagari sagte auf die Frage, ob Soldaten auf der Straße in Stellung gegangen seien, dass der Militäreinsatz ausgeweitet worden sei. Er kommentierte keine einzelnen Stationierungen.

Den Videoaufnahmen ist zu entnehmen, dass sich ein Auto einer Barriere auf der Straße nähert, vor Ort steht ein Panzer. Das Auto hält an und dreht um. Als es wegfährt, scheint der Panzer das Feuer zu eröffnen. Der Pkw wird von einer Explosion erfasst. Der das Geschehen von einem anderen Auto aus filmende Journalist rast aufgebracht davon. Er schreit „Zurück! Zurück!“, als sich ein Rettungswagen und andere Fahrzeuge nähern. Nach Darstellung des Gesundheitsministeriums der militant-islamistischen Hamas kamen in dem getroffenen Auto drei Menschen ums Leben.

Durch den Vormarsch befinden sich israelische Truppen jetzt auf beiden Seiten von Gaza-Stadt. Im Norden des Gazastreifens halten sich noch Hunderttausende Palästinenser auf. Sollte die Straße nach Süden blockiert sein, könnten sie nicht mehr flüchten. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner haben sich an die israelische Aufforderung gehalten, den Norden zu verlassen. Viele sind dort geblieben, auch weil Israel Ziele in sogenannten Sicherheitszonen im Süden bombardiert hat.

Israelische Truppen schienen aus dem Norden kommend tiefer in den Gazastreifen vorzudringen. Das Militär veröffentlichte am Montag Videoaufnahmen, auf denen zu sehen war, wie sich gepanzerte Fahrzeuge zwischen Gebäuden bewegen. Zu erkennen war auch, wie Soldaten Stellungen in Häusern beziehen. Hagari teilte mit, zusätzliche Infanterie-, Panzer- und Artillerieeinheiten seien in den Gazastreifen vorgedrungen. Der Einsatz werde weiter ausgeweitet und verstärkt. Israel hat seinen Einsatz bislang nicht als umfassende Invasion bezeichnet.

(pvk/dpa)