Verhandlung zwischen Israel und Hamas Internationale Erleichterung nach Geisel-Abkommen

Washington · Die islamistische Hamas und Israel haben sich auf eine viertägige Feuerpause und den Austausch von 50 Geiseln gegen palästinensische Gefangene geeinigt. Internationale Reaktionen folgen prompt.

 US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

Foto: AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS

Das Abkommen zwischen Israel und Hamas zur Freilassung von 50 Geiseln ist international mit großer Erleichterung aufgenommen worden. US-Präsident Joe Biden hat die Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas zur Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln begrüßt und auf die Einhaltung der Abmachung gepocht. „Es ist wichtig, dass alle Aspekte dieses Abkommens vollständig umgesetzt werden“, teilte Biden am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Er wisse die Zusage zu schätzen, die die israelische Regierung mit der Unterstützung einer verlängerten Feuerpause gemacht habe, damit die Vereinbarung vollständig umgesetzt werden könne. So könne nun zusätzliche humanitäre Hilfe geleistet werde, „um das Leid unschuldiger palästinensischer Familien im Gazastreifen zu lindern“.

Biden bedanke sich bei Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und dem katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani für „ihre entscheidende Führungsrolle und ihre Partnerschaft beim Zustandekommen dieser Vereinbarung“. Diese dürfte nun weitere amerikanische Geiseln nach Hause bringen, so Biden. Sie sei „ein Beweis für die unermüdliche Diplomatie“ und die Entschlossenheit der US-Regierung. „Für mich als Präsident gibt es keine höhere Priorität als die Sicherheit der Amerikaner, die auf der ganzen Welt als Geiseln gehalten werden.“

Die islamistische Hamas und die israelische Regierung hatten sich kurz zuvor auf eine viertägige Feuerpause im abgeriegelten Gazastreifen und den Austausch von 50 Geiseln gegen palästinensische Gefangene geeinigt. Der Beginn der Kampfpause soll nach Angaben des vermittelnden Katar innerhalb von 24 Stunden bekannt gegeben werden.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) begrüßte die vereinbarte Freilassung von 50 Geiseln. „Die Vereinbarung über die Freilassung von einigen Geiseln ist eine gute Nachricht“, erklärte Scholz am Mittwoch im Onlinedienst X, ehemals Twitter. Die israelische Regierung habe „das Richtige“ getan. „Wir danken allen beteiligten Regierungen und unterstützen sie diplomatisch weiter, damit diese Vereinbarung erfolgreich umgesetzt wird.“

Nach Auffassung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock ist die angekündigte Feuerpause und Freilassung von Geiseln ein Durchbruch. „Die angekündigte Freilassung einer ersten größeren Gruppe von Geiseln ist ein Durchbruch - auch wenn nichts auf der Welt ihr Leid ungeschehen machen kann. Die humanitäre Pause muss genutzt werden, um lebensnotwendige Hilfe zu den Menschen in Gaza zu bringen“, schrieb die Grünen-Politikerin am Mittwochmorgen auf X (vormals Twitter).

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Waffenruhe und die geplante Freilassung von Geiseln in Gaza begrüßt. Jeder Tag, den Mütter und Kinder durch Terroristen gefangengehalten würden, sei zu viel, erklärte sie am Mittwoch in Brüssel. Sie rief die Hamas zur Freilassung aller Entführten auf.

Zugleich kündigte von der Leyen an, die Europäische Union werde ihr Möglichstes tun, um die Waffenpause für eine Verstärkung der humanitären Hilfe zu nutzen. Der zuständige Kommissar Janez Lenarcic solle so schnell wie möglich weitere Lieferungen nach Gaza veranlassen, um die Krise dort zu lindern.

Ähnlich äußerte sich EU-Ratspräsident Charles Michel. Man müsse die Pause in den Feindseligkeiten zu nutzen, um ein Maximum an humanitärer Hilfe für die Bedürftigen zu ermöglichen, schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst „X“. Dabei dankte er Katar und Ägypten für die Vermittlung bei der jetzt ausgehandelten Vereinbarung.

Auch Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas begrüßte die Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas. Abbas von der mit der Hamas rivalisierenden Fatah, der im Westjordanland regiert, hob dabei ebenfalls die Bemühungen Katars und Ägyptens bei der Vermittlung der Vereinbarung hervor und fordert zugleich umfassendere Lösungen für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Abbas wolle eine längere Waffenruhe und „die Umsetzung einer politischen Lösung, die auf internationaler Legitimität beruht“, hieß es in einer Erklärung seines Beraters Hussein Al-Scheich auf einer Online-Plattform.

Für die russische Regierung erklärte Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa im Online-Dienst Telegram, Moskau begrüße das „Abkommen zwischen Israel und Hamas über eine viertägige humanitäre Pause“. Die chinesische Außenministeriumssprecherin Mao Ning erklärte, Peking begrüße die „vorläufige Waffenstillstandsvereinbarung,auf die sich die betroffenen Parteien geeinigt haben“ und äußerte die Hoffnung, dass dies zur Linderung der „humanitären Krise“ und zum „Abbau der Spannungen“ beitragen werde.

(zim/dpa/KNA/Reuters/AFP)
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