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Nach Festnahme: Türkei lässt einen Deutschen wieder frei

Laut Auswärtigem Amt : Festgenommene Deutsche sind offenbar Ehepartner

Offenbar sind die im südtürkischen Antalya festgenommenen Deutschen ein Ehepaar. Die Ehefrau ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes wieder freigelassen worden.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Festgenommenen um ein Ehepaar. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Montag, beide Ehepartner hätten türkische Wurzeln.

Anadolu berichtete, bei den Vorwürfen gehe es um Verbindungen zur Gülen-Bewegung, die die türkische Regierung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht. Die Staatsanwaltschaft sei nach einer entsprechenden Anzeige aktiv geworden. Die Nachrichtenagentur DHA hatte berichtet, die Deutschen seien nach Antalya gereist, um Urlaub zu machen. Am Flughafen waren sie am Donnerstag festgenommen worden.

Zuvor hatte der Rechtsanwalt des Betroffenen mitgeteilt, dass einer der gefangenen Deutschen freigelassen wurde, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Dies sei eine "positive Neuigkeit". Das Auswärtige Amt werde die Informationen nun prüfen.

Die Ehefrau sei nach einem Verhör bei der Staatsanwaltschaft freigelassen worden. Gegen sie werde aber weiter ermittelt. Der Ehemann sei weiterhin in Polizeigewahrsam. Der WDR berichtete, es handele es sich um ein Unternehmer-Ehepaar aus Rheinland-Pfalz mit türkischen Wurzeln.

Die Bundesregierung hatte nach der Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner Mitte Juli einen Kurswechsel in der Türkei-Politik vorgenommen und die Reisehinweise für das Urlaubsland vieler Deutscher verschärft. Seit den Festnahmen am Donnerstag werden weitere Reaktionen diskutiert.

Die Türkei hat seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 Zehntausende Personen unter dem Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung inhaftiert.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Freitag befinden sich derzeit 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft, davon zwölf aus politischen Gründen.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz forderte am Sonntagabend überraschend einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will darüber Gespräche mit den anderen EU-Mitgliedern führen. Für einen Abbruch der Verhandlungen ist ein einstimmiger Beschluss der 28 EU-Mitglieder nötig.

(csr)