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Nach Explosion in Beirut: Macron plant zweite Hilfskonferenz für Libanon

Nach Explosion in Beirut : Macron plant zweite Hilfskonferenz für Libanon

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will dem Land nach der verheerenden Explosion in Beirut wieder auf die Beine helfen. Er pocht weiterhin auf seine Reformpläne. Dies sei „die letzte Chance für dieses System“, so Macron.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für Oktober eine zweite internationale Geberkonferenz für den Libanon angekündigt. Gleichzeitig forderte er eine transparente Verteilung der erhaltenen Hilfe. "Es gibt ein Koordinierungsproblem", kritisierte er laut Bericht der Zeitung "Daily Star" (Dienstag) bei seinem zweiten Libanon-Besuch seit der Explosion im Hafen von Beirut vom 4. August.

Die kommenden sechs Wochen bezeichnete Macron laut libanesischen Medien als entscheidend für die Zukunft des Landes. Erneut forderte er von der libanesischen Politik, dringend benötigte Reformen einzuleiten. Es sei "die letzte Chance für dieses System".

Kritik äußerte Macron laut Bericht der Zeitung "Naharnet" auch an der schiitischen Hisbollah. Diese repräsentiere einen Teil des libanesischen Volkes und müsse wie andere Parteien über ihre Verantwortung aufgeklärt werden. "Wir wollen nicht, dass der Libanon in den Terrorismus abrutscht", wird der Präsident zitiert.

Neben einem Besuch an der Explosionsstelle im Beiruter Hafen und Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft sind unter anderem ein Treffen Macrons mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun sowie mit dem maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Rai geplant. Zuvor hatte Macron an Feiern zur Ausrufung des Großlibanon durch Frankreich vor 100 Jahren teilgenommen.

Für die Innenstadt von Beirut sind unterdessen laut Berichten am Nachmittag erneute Proteste gegen die politische Elite des Landes geplant. Unter anderem wollten dort Demonstranten ihren Unmut über die Art zum Ausdruck bringen, mit der Mustafa Adib zum neuen Ministerpräsidenten designiert wurde.

(özi/kna)