Muslime in Frankreich Klassenausflug mit Kopftuch

Paris · An den französischen Schulen wird das Kopftuchverbot immer häufiger verletzt. Zwei Jahre nach der Ermordung des Lehrers Samuel Paty warnt ein Bericht vor religiösen Tendenzen. Die strenge Trennung von Religion und Staat, gerade in der Schule ist massiv gefährdet.

 Vor der französischen Botschaft liegen Blumen, Kerzen und ein Blatt mit der Aufschrift „Je suis Samuel“ (Archivfoto).

Vor der französischen Botschaft liegen Blumen, Kerzen und ein Blatt mit der Aufschrift „Je suis Samuel“ (Archivfoto).

Foto: dpa/Kira Hofmann

Für die elfte Klasse des Simone-Weil-Gymnasiums stand Mitte September ein Ausflug in die historische Bibliothek von Paris auf dem Programm. Was als einfache Exkursion begann, endete allerdings fast in einem Drama. Denn eine 17-jährige Schülerin setzte ihr Kopftuch auf, sobald sie das Schulgebäude im Marais-Viertel verlassen hatte. Als die Lehrerin darauf hinwies, dass das Verbot, die religiöse Kopfbedeckung zu tragen, auch bei Ausflügen gelte, widersprach das Mädchen heftig und rief ihren Bruder an. „Ich werde dich fertig machen. Du wirst sehen, was dir passiert“, bedrohte der 22-Jährige die Lehrerin am Telefon. Als er kurz darauf tatsächlich zur historischen Bibliothek kam, nahm die Polizei ihn fest. „Wenn jemand meine Schwester anfasst oder sie auffordert, das Kopftuch abzunehmen, töte ich ihn“, drohte er erneut.