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Wahl in Ägypten: Muslimbrüder weiter vorn

Wahl in Ägypten : Muslimbrüder weiter vorn

Die ägyptische Muslimbruderschaft liegt auch nach dem zweiten Durchgang der ersten Runde der Parlamentswahl in Führung. Wie am Mittwoch offiziell mitgeteilt wurde, gewann ihre Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (FJP) 24 von 44 Wahlkreisen, in denen sich zunächst kein Bewerber durchsetzen konnte.

Vier Sitze gingen an Verbündete der FJP, während die ultrakonservativen Salafisten ebenfalls vier Mandate eroberten. In acht Wahlkreisen war die Auszählung wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen gestoppt worden.

Allerdings zeigte sich die Muslimbruderschaft sicher, sechs der acht Sitze zu gewinnen. Die restlichen Wahlkreise gingen an liberale Parteien und unabhängige Bewerber.

Experten zeigten sich überzeugt, dass die Mehrheit der liberalen und weltlich orientierten Wähler für die als gemäßigt geltende FJP gestimmt hat, die sich in den 24 gewonnenen Wahlkreisen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Salafistenpartei geliefert hatte.

Die Wahlbeteiligung lag nur noch bei 39 Prozent. Im ersten Durchgang hatten 52 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Da in anderen Teilen des Landes noch gewählt wird, dauert die Abstimmung bis in den Januar.

Die Armee präzisierte unterdessen ihre Pläne für die Verfassunggebende Versammlung, deren Mitglieder die gesamte Gesellschaft und nicht nur das im Parlament vertretene Parteienspektrum repräsentieren soll.

Darüber solle Einigkeit zwischen Regierung, Parlament und den Beratern des herrschenden Militärrats hergestellt werden. Erst dann soll das Parlament nach den Vorstellungen des Militärs die 100 Mitglieder der Versammlung wählen.

Die Vorschläge der Generale für die neue Verfassung sind umstritten: Im November hatte der Plan, das Militär von der parlamentarischen Kontrolle auszunehmen, neue Proteste ausgelöst.

(REU)