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Moskau will Truppen in strategischen Gebieten verstärken

Konfrontation mit dem Westen : Russland kündigt Truppenverstärkung in strategischen Gebieten an

Russland will seine Truppen als Reaktion auf die geänderte Sicherheitslage in strategisch wichtigen Regionen des Landes verstärken. Bei neuen Kämpfen im Osten der Ukraine sind seit Donnerstag nach offiziellen Angaben zwölf Menschen getötet worden, darunter sieben Zivilisten.

Auslöser für diese Pläne sei die militärische und politische Situation rund um Russland, zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Freitag Aussagen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu bei einer Tagung in seinem Ministerium. Er werde nicht zulassen, dass irgendjemand militärisch die Oberhand über sein Land gewinne.

Daher werde er die russischen Streitkräfte trotz der aktuellen wirtschaftlichen Probleme wie geplant aufrüsten und dafür sorgen, dass sie bis 2020 über die beabsichtigte Zahl moderner Waffensysteme verfügten. Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow warf dem Westen unterdessen vor, neue Arten der Aggression gegen sein Land anzuwenden.

Die westlichen Staaten kombinierten militärische und zivile Mittel und nutzten auch politische, wirtschaftliche und informationelle Methoden, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Interfax. Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten im Osten des Landes militärisch zu unterstützen. Die EU hatte in der Ukraine-Krise am Donnerstag eine Verlängerung und Ausweitung ihrer Sanktionen gegen Russland angekündigt.

Die Gefechte im Osten der Ukraine sind inzwischen so heftig wie seit der Vereinbarung des Waffenstillstandsabkommens von Minsk im September nicht mehr. An diesem Freitag sollen Vertreter Russlands und der Ukraine unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in der weißrussischen Hauptstadt zu neuen Verhandlungen zusammenkommen.

Bei neuen Kämpfen im Osten der Ukraine sind seit Donnerstag nach offiziellen Angaben zwölf Menschen getötet worden, darunter sieben Zivilisten. Bei Artilleriebeschuss in der Rebellenhochburg Donezk seien überdies 23 Menschen verletzt worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Das ukrainische Militär teilte mit, es seien auch 23 Soldaten verletzt worden. Über Opfer auf Seiten der Separatisten gab es zunächst keine Angaben.

Brennpunkt der Kämpfe war die von Regierungstruppen gehaltene Stadt Debalzewe, die an der Bahnstrecke zwischen Donezk und der zweiten Rebellenhochburg Lugansk liegt. Ein Anführer der prorussischen Separatisten, Andrej Purgin, sagte der russischen Nachrichtenagentur Interfax, die ukrainischen Soldaten seien "eingekesselt" und von Nachschub abgeschnitten. Er bot die Einrichtung eines "humanitären Korridors" für Soldaten an, die ihre Waffen niederlegten.

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In dem seit neun Monaten andauernden Konflikt zwischen der Regierung in Kiew und prorussischen Separatisten im Osten des Landes wurden bereits 5100 Menschen getötet. International für Empörung sorgte der Raketenbeschuss der Hafenstadt Mariupol am vergangenen Samstag, durch den mindestens 30 Menschen getötet

(REU & AFP)