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Verdacht auf Vergiftung: Mordermittlungen zu Tod von Arafat in Frankreich

Verdacht auf Vergiftung : Mordermittlungen zu Tod von Arafat in Frankreich

Acht Jahre nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat die französische Justiz Medienberichten zufolge Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet. Damit reagierte die Staatsanwaltschaft von Nanterre auf eine Anzeige von Arafats Witwe Suha.

Ein oder mehrere Untersuchungsrichter werden nun in dem Fall ermitteln, sie sollen in Kürze ernannt werden. Arafats Witwe vermutet, dass ihr Mann vergiftet wurde. Bereits im Juli hatte die Witwe von Arafat einer Exhumierung der Leiche zugestimmt, obwohl die Störung der Totenruhe im Islam normalerweise verboten ist.

Experten des Schweizer Institut de Radiophysique in Lausanne, das auf Strahlenschutz und medizinische Anwendungen spezialisiert ist, untersuchen den Leichnam. Sie hoffen, bis Ende des Jahres ein belastbares Ergebnis vorlegen zu können.

Bereits im Juli hatten die Experten des CHUV hatten Kleidungsstücke Arafats untersucht, die er vor seinem Tod getragen haben soll. Daran stellten sie erhöhte Werte von Polonium 210 fest. Auch an Arafats Zahnbürste sowie an den Haaren waren Spuren des radioaktiven Isotops gefunden worden.

Mit diesem Gift war 2006 in London der russische Ex-Geheimdienstagent und Regimekritiker Alexander Litwinenko getötet worden.

Eine abschließende Beurteilung sein aber nur durch eine Untersuchung der sterblichen Überreste Arafats möglich, teilte das Institut mit.

Spekulationen um eine Vergiftung

Arafat war im November 2004 in einem Pariser Militärkrankenhaus unter ungeklärten Umständen gestorben. Schon damals hatte es Spekulationen über eine Vergiftung oder eine Aids-Erkrankung des Friedensnobelpreisträgers gegeben.

Die Palästinenser verdächtigen Israel, ihn vergiftet zu haben. Das Schweizer Institut war Anfang August von der Palästinenserbehörde in zwei Schreiben gebeten worden, bei einer Autopsie zur Lösung des Rätsels um die Todesursache zu helfen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bilder aus der Ära Arafat

(AFP)