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Moldau: Nach Protesten sind Neuwahlen möglich

Demonstrationen : Proteste in Moldau: Neuwahlen möglich

Nach tagelangen Protesten in der Ex-Sowjetrepublik Moldau hat ein einflussreicher Politiker aus dem proeuropäischen Regierungslager Neuwahlen nicht ausgeschlossen.

"Vorgezogene Wahlen können jederzeit eine Option sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung dies will", schrieb der Vize-Chef der Demokratischen Partei, Vlad Plahotniuc, am Mittwoch bei Facebook.

Ministerpräsident Valeriu Strelet schloss diesen Schritt indes aus. Der reiche Geschäftsmann Plahotniuc gilt als einer der mächtigsten Männer des Landes.

Den vierten Tag in Folge harrten zahlreiche Demonstranten in einem Zeltlager vor dem Regierungssitz in Zentrum der Hauptstadt Chisinau aus. Für das Wochenende riefen die Organisatoren Berichten zufolge zu einer neuen Massenkundgebung auf. Am Sonntag hatten Zehntausende den Rücktritt des Präsidenten sowie neue Parlamentswahlen gefordert.

Die Organisatoren von der Bürgerbewegung Würde und Wahrheit werfen Regierungspolitikern Korruption im großen Stil vor, unterstützen aber den EU-Kurs ihres Landes mit rund 3,5 Millionen Einwohnern. Die prorussischen Oppositionsparteien im Parlament riefen angesichts der Proteste ebenfalls zu Demonstrationen gegen die Regierung auf. Die Bürgerbewegung distanzierte sich aber von den moskautreuen Kräften.
Moldau steckt seit Jahren in einer tiefen Krise.

(dpa)