Energieversorgung Wie Polen mit den Folgen des Ukraine-Kriegs ringt

Analyse | Warschau/ Katowice · 1,3 Millionen Menschen aus der Ukraine hat Polen bisher aufgenommen, die Solidarität hält an. Doch die Menschen fürchten den Winter. Zwar hat das Land gerade die Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen, doch das Gas daraus ist für viele zu teuer.

 Der polnische Premier Mateusz Morawiecki, seine dänische Kollegin Mette Frederiksen und der polnische Präsident Andrzej Duda eröffnen die Ostsee-Pipeline.

Der polnische Premier Mateusz Morawiecki, seine dänische Kollegin Mette Frederiksen und der polnische Präsident Andrzej Duda eröffnen die Ostsee-Pipeline.

Foto: AP/Stringer

Im weißen Hilfszelt am Warschauer Ostbahnhof kommen an diesem Morgen nur vereinzelt Familien aus der Ukraine an. Wo in der akuten Phase Tausende Menschen pro Tag registriert, versorgt, weitergeleitet wurden, sind es derzeit etwa 400 pro Woche. Allerdings könnten es bald wieder deutlich mehr werden – wenn der Winter einsetzt. Schon jetzt kommen die meisten Flüchtlinge aus der Ostukraine, teils müssen sie mit russischen Ersatzpapieren über schwierige Routen durch Russland und Belarus nach Polen einreisen, weil die direkten Passagen durch das eigene Land wegen der Frontlinien versperrt sind. Einen Weg zurück gibt es dann in der Regel nicht mehr. Belarus lässt Ukrainer mit russischen Ersatzpapieren zwar noch ausreisen, aber nicht wieder ein.