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Migranten wollen nach Spanien - 23 Tote nach Massenpanik in Melilla​

Migranten wollen nach Spanien : 23 Tote nach Massenpanik in spanischer Exklave Melilla

Insgesamt überquerten am Freitag 133 Migranten die Grenze zwischen der marokkanischen Stadt Nador und Melilla. Dabei brach eine Massenpanik aus. Die Zahl der Toten ist auf 23 gestiegen.

Nach einer Massenpanik unter Migranten auf dem Weg in die spanische Exklave Melilla ist die Zahl der Todesopfer auf 23 gestiegen. Das marokkanische Innenministerium meldete am Freitag zunächst fünf Todesopfer, der Fernsehsender 2M berichtete jedoch am Samstag unter Berufung auf die Behörden vor Ort, weitere Verletzte seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen. Das marokkanische Innenministerium teilte mit, bei dem Zwischenfall seien 140 Sicherheitskräfte und 76 Zivilisten verletzt worden.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die versuchten Grenzübertritte als Angriff auf die territoriale Integrität des Landes. „Wenn es jemanden gibt, der für all das verantwortlich ist, was sich an dieser Grenze abgespielt zu haben scheint, dann ist es die Menschenhändler-Mafia“, sagte Sánchez. Die spanischen Behörden teilten mit, 49 Polizeibeamte hätten leichte Verletzungen erlitten.

Menschenrechtsorganisationen in Spanien und Marokko riefen dazu auf, die genauen Umstände der Todesfälle zu untersuchen. Die Marokkanische Menschenrechtsvereinigung verbreitete in den sozialen Medien Videoaufnahmen, die offenbar Migranten auf dem Boden zeigten, viele von ihnen regungslos und einige blutend, während marokkanische Sicherheitskräfte über ihnen stehen. „Sie wurden stundenlang ohne Hilfe zurückgelassen, was die Zahl der Todesopfer erhöhte“, erklärte die Organisation auf Twitter. Sie forderte eine umfassende Untersuchung.

Insgesamt überquerten am Freitag 133 Migranten die Grenze zwischen der marokkanischen Stadt Nador und Melilla. Rund 2000 Menschen versuchten spanischen Angaben zufolge, das Gebiet der EU zu erreichen. Die meisten wurden von spanischen Polizisten auf der einen und marokkanischen Sicherheitskräften auf der anderen Seite der sechs Meter hohen Absperrung gestoppt.

(boot/dpa)