Mevlüt Cavusoglu macht EU für Terrorakt in Neuseeland mitverantwortlich

Außenminister Mevlüt Cavusoglu : Türkei macht EU-Politiker für Terrorakt in Neuseeland mitverantwortlich

49 Menschen wurden bei Terrorangriffen auf Moscheen in Neuseeland getötet. Am Mittag hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu der EU für die blutigen Attacken eine Teilschuld zugewiesen.

Am Randes eines Treffens mit EU-Vertretern in Brüssel sagte er am Freitag, „für diesen Terroranschlag“ seien nicht nur die Täter selbst verantwortlich, sondern auch „verantwortungslose Politiker, die Fremdenfeindlichkeit, islamophobe Neigungen und hasserfüllte Rhetorik gegen Muslime“ schürten. Cavusoglu wandte sich vor allem an die EU und die europäischen Länder und mahnte, dass „Angriffe auf Muslime und unsere Religion sowie hasserfüllte Sprache“ nicht unter die Meinungsfreiheit fallen dürften.

„In den letzten Jahren haben wir leider oft gesehen, dass auf viele Angriffe auf Muslime und Angriffe auf unsere Religion und unseren Propheten die Erklärung folgte, "das ist Meinungsfreiheit"“, sagte Cavusoglu. „Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, werden wir solche Angriffe nicht verhindern können.“

Bei den Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch waren mindestens 49 Menschen getötet und viele verletzt worden.

Vertreter der EU und der Türkei hatten sich am Freitag zum ersten Mal seit rund vier Jahren wieder zu einem sogenannten Assoziationsrat getroffen. Nach dem Treffen konnte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini allerdings keine Annäherung in den zahlreichen Streitpunkten verkünden. „Von EU-Seite haben wir die großen Bedenken angesichts der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechtslage in der Türkei zum Ausdruck gebracht“, sagte sie bei einer Pressekonferenz. Cavusoglu wies die Vorwürfe zurück.

(felt/dpa)
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