Merkel sollte Poroschenkos Herausforderer ernst nehmen

Kommentar zum Treffen Merkel - Poroschenko : Komiker ernst nehmen

Die Lösung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland ist für Europa von hoher Bedeutung. Wenn die Präsidentenwahl in zehn Tagen der Herausforderer von Petro Poroschenko gewinnt, hat es die Kanzlerin mit einem Komiker zu tun. Es wäre hilfreich gewesen, wenn sich Merkel ein Bild von ihm gemacht hätte.

Angela Merkel war noch nie groß darauf aus, Präsidentschaftskandidaten anderer Länder zu empfangen. Das berühmteste Beispiel ist Barack Obama, den sie einst nicht mal am Brandenburger Tor sprechen ließ, weil er damals eben nur der Kandidat war. Dass sie nun den ukrainischen Komiker und Polit-Neuling Wolodymyr Selenskyj  nicht treffen wollte, ist folgerichtig. Sie hätte dann aber, nur zehn Tage vor der Stichwahl in der Ukraine, besser auch auf den Auftritt von Präsident Petro Poroschenko verzichten sollen. Entweder beide oder keiner.

Variante eins wählte Frankreichs Staatschef Macron, um vorzufühlen, was der aussichtsreiche Kandidat Selenskyj als Präsident mitbringen würde. Oberste Aufgabe ist, das durch den Konflikt mit Russland gespaltene Land wieder zu einen. Vielleicht hat Macron dem Schauspieler Selenskyj klar gemacht, dass man als Politiker weniger zu lachen hat. Das Vierer-Format Frankreich, Deutschland, Russland und die Ukraine muss dringend neue Friedensverhandlungen führen. Mit Poroschenko oder eben Selenskyj. Merkel sollte den Komiker ernst nehmen.

(kd)
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