Merkel nach erneutem Zitteranfall zu G20-Gipfel abgeflogen

Ersatz-Flugzeug reist auch mit : Merkel nach erneutem Zitteranfall zu G20-Gipfel abgeflogen

Pünktlich zum G20-Gipfel gibt es bei einem für die Weltwirtschaft extrem wichtigen Streitthema Hoffnung auf eine Einigung. Neue Sorgen bereitet aber die Gesundheit der Kanzlerin.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist wenige Stunden nach ihrem neuerlichen Zitteranfall zum G20-Gipfel der mächtigsten Industrienationen der Welt im japanischen Osaka geflogen. Nach der gravierenden Panne beim Flug Merkels zum vorherigen G20-Treffen im argentinischen Buenos Aires Ende November stand am Donnerstag in Berlin-Tegel auch eine Ersatzmaschine bereit: das baugleiche zweite Langstreckenflugzeug der Flugbereitschaft der Bundeswehr vom Typ A340.

Das Flugzeug sollte einige Zeit nach Merkel zu einem Trainingsflug nach Tokio aufbrechen und dort als Ersatz für die eigentliche Kanzlermaschine bereitstehen.

Merkel hatte am Morgen bei der Übergabe der Ernennungsurkunde an die neue Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) im Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plötzlich erneut am ganzen Körper gezittert. Sobald sie sich bewegte, sei es ihr wieder besser gegangen, berichtete ein dpa-Fotograf. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur über mögliche Auswirkungen des Vorfalls: „Alles findet statt wie geplant. Der Bundeskanzlerin geht es gut.“ Vergangene Woche hatte Merkel beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erheblich gezittert. Merkel erklärte später, sie habe zu wenig getrunken.

Ihre Reise nach Argentinien im November 2018 musste Merkel mit einem Linienflug fortsetzen, weil kein langstreckentauglicher Ersatz und keine Crew zur Verfügung standen. Merkel verpasste deswegen einen größeren Teil des ersten Gipfeltages.

An diesem Wochenende steht die Kanzlerin nun zusätzlich unter Zeitdruck, weil sie schon am Sonntagabend zu einem Sondergipfel der EU zur Besetzung der europäischen Spitzenposten in Brüssel sein muss. Mit dem zweiten Regierungs-Airbus, der ebenfalls nach Japan fliegt, soll dieses Mal verhindert werden, dass die Kanzlerin bei einer möglichen Panne lange auf eine Austauschmaschine warten muss.

(zim/dpa)
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