Proteste nach Freitagsgebet Menschenrechtler melden 30 Tote in Syrien

Nikosia (RPO). Bei Protesten nach dem Freitagsgebet in Syrien sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 30 Menschen getötet worden. Allein in der Protesthochburg Homs seien bei der gewaltsamen Auflösung eines Protestmarschs von rund 20.000 Menschen 20 Zivilisten erschossen worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. In Hama lieferten sich demnach mutmaßliche Deserteure Gefechte mit der Armee.

Nach Angaben der in London ansässige Menschenrechtsorganisation wurden in der zentralsyrischen Stadt Hama beim Vorgehen der Sicherheitskräfte acht Zivilisten erschossen. Demnach wurden auch in Kusseir in der Region Homs und in Tsil in der südlichen Provinz Daraa jeweils ein Zivilist getötet. Zudem seien bei einer Razzia in dem Dorf Kafruma in der nordwestlichen Provinz Idleb 13 Menschen, darunter eine Frau und ihr Sohn, festgenommen worden.

Regierungsgegner hatten auf ihrer Facebook-Seite am Freitag dazu aufgerufen, für die Einrichtung einer Flugverbotszone nach dem Vorbild von Libyen auf die Straße zu gehen. Das Flugverbot solle der "Freien Armee Syriens" erlauben, gegen die Sicherheitskräfte von Präsident Baschar el Assad vorzugehen, hieß es. Die sogenannte Freie Armee Syriens ist eine bewaffnete Oppositionsgruppe, deren Bildung im Juli von desertierten Soldaten bekannt gegeben wurde.

Nach Angaben der oppositionellen Lokalen Koordinierungskomitees, die eine wichtige Rolle bei der Organisation der Proteste spielen, riegelten die Sicherheitskräfte mehrere Moschee im Zentrum der Hauptstadt Damaskus ab, um dort Proteste nach dem Freitagsgebet zu verhindern. Damaskus war bisher von den Protesten kaum betroffen. Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der Proteste Mitte März rund 3000 Menschen getötet, in ihrer großen Mehrheit Zivilisten.

(AFP/felt)
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