Syriens Armee rückt vor: Menschen in Aleppo warten auf Entscheidung

Syriens Armee rückt vor : Menschen in Aleppo warten auf Entscheidung

Das syrische Militär startet neue massive Angriffe gegen die Rebellen in der nördlichen Handelsmetropole Aleppo. Amnesty International beklagt die verheerenden Schäden durch Artilleriefeuer der syrischen Armee auf Wohngebieten. Viele Familien mit Kindern sind die Randgebiete und umliegende Ortschaften geflüchtet.

Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben am Mittwoch nach Rebellenangaben eine neue Großoffensive in der umkämpften Metropole Aleppo gestartet. "Die Entscheidungsschlacht um Aleppo hat begonnen", sagte Aufständischen-Kommandeur Abu Omar al-Halebi einer deutschen Nachrichtenagentur. Die Regimetruppen hatten in den vergangenen Tagen frische Kontingente an Soldaten vor Aleppo zusammengezogen und zusätzliche Artilleriewaffen in Stellung gebracht.

Kinder finden in Schule Unterschlupf

Amnesty International kritisierte den Einsatz von schweren Waffen in den Wohngebieten von Aleppo. Die Organisation veröffentlichte in einem Bericht Satellitenbilder aus der nordsyrischen Metropole, die 600 Einschlagkrater zeigen, die von schwerkalibrigen Artilleriegranaten stammen. Viele Familien mit Kindern sind indes in die Randbezirke und umliegenden Ortschaften geflüchtet. Eine Nachrichtenagentur verbreitete am Mittwoch Bilder von Kindern, die in einer ehemaligen Schule in der Ortschaft Kafr Hamra Unterschlupf gefunden haben.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatten die Rebellen vier Angriffe des syrischen Militärs auf den Bezirk Salaheddin abgewehrt, wie Al-Halebi weiter ausführte. Der Stadtteil ist das südwestliche Eingangstor zu den von den Rebellen kontrollierten Gebieten. Die Kämpfe um Aleppo, Syriens Geschäfts- und Handelsmetropole, dauern seit fast drei Wochen an. Bislang konnten eher die Aufständischen Gebietsgewinne verbuchen.

Iranischer Außenminister rudert zurück

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi räumte derweil ein, dass einige der in Syrien entführten Iraner pensionierte Revolutionsgarden seien. "Auf der Liste der Pilger waren auch pensionierte Beamte aus verschiedenen Ministerien, darunter auch der Revolutionsgarden und der Armee", sagte Salehi der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Der Iran hatte zunächst vehement dementiert, dass die Pilger Revolutionsgarden seien. Salehi appellierte an die Entführer, ihre Gefangenen, die Muslime seien wie sie, mit Blick auf den heiligen Fastenmonat Ramadan freizulassen.

Eine islamistische Rebellen-Brigade hatte die 48-köpfige Gruppe am vergangenen Wochenende in Damaskus entführt. Die Aufständischen unterstellen ihren Geiseln, Agenten der iranischen Revolutionsgarden zu sein, die sich zu einer "Kundschaftermission" in Syrien aufgehalten hätten. Teheran - engster Verbündeter des bedrängten Assad-Regimes - bestreitet dies vehement.

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(dpa)
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