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Mariupol: 30 aus Stahlwerk Evakuierte haben Stadt nicht verlassen

UN-Bericht von Evakuierungsproblemen : Darum wollten einige Menschen nach Stahlwerk-Evakuierung in Mariupol bleiben

Gedanken an das ungewisse Schicksal von Angehörigen haben einige aus dem umzingelten Stahlwerk in Mariupol evakuierte Menschen von der Flucht abgehalten. Die UN berichtet von Problemen bei der Evakuierung.

Etwa 30 aus dem Azowstal-Stahlwerk in Mariupol evakuierte Menschen haben sich nach Angaben der UN-Nothilfekoordinatorin für die Ukraine, Osnat Lubrani, dagegen entschieden, die Stadt zu verlassen. Sie seien entsetzt über die totale Zerstörung der Stadt und hätten zuerst herausfinden wollen, ob geliebte Menschen noch am Leben seien.

Am Dienstag waren 127 aus dem Stahlwerk und der Stadt Manhusch am Rande von Mariupol Evakuierte in der von der Ukraine kontrollierten Stadt Saporischschja angekommen. Lubrani sagte bei einer in der Stadt abgehaltenen virtuellen Pressekonferenz, sie wollen daran glauben, dass die erfolgreiche Aktion den Auftakt zu vielen weiteren vergleichbaren Evakuierungen aus dem Stahlwerk und anderen von Russland beschossenen und bombardierten Städten bilde.

Sie sagte, es sei bekannt, dass weiterhin Zivilisten in der Anlage eingeschlossen seien, die Vereinten Nationen hätten dazu aber keine Zahlen vorliegen. „Einige von ihnen könnten Angst gehabt haben, herauszukommen, einige von ihnen haben es wahrscheinlich nicht geschafft“, sagte Lubrani. „Es ist ein riesiges Gebiet.“ Einige der älteren Menschen könnten kaum laufen. Ein Bus mit platten Reifen sei benutzt worden, um einigen der Menschen beim Verlassen der Anlage zu helfen.

Über die, die in Mariupol bleiben wollten, sagte sie: „Das sind Menschen die ihr Leben in Mariupol verbracht und dort gearbeitet haben, somit war es schwer für sie, zu gehen, ohne das Schicksal ihrer Liebsten zu kennen.“ Lubrani sagte, die Menschen, die sich noch immer in dem Stahlwerk befänden, würden von der sicheren Evakuierung nach Saporischschja hören. Dies sei sehr wichtig. Sie hoffe, dass mehr Menschen herauskommen würden, wenn es eine weitere Evakuierungsaktion gebe.

(peng/dpa)