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Marina Silva: Nachfolgerin für verunglückten Campos bestimmt

Nach Flugzeugabsturz : Silva zur Nachfolgerin für verunglückten Campos bestimmt

Eine Woche nach dem Tod des brasilianischen Präsidentschaftsbewerbers Eduardo Campos ist seine Kollegin Marina Silva offiziell zu seiner Nachfolgerin bestimmt worden.

Silva bekam am Mittwoch bei einem Treffen mit Mitgliedern ihrer Partei in Brasilia grünes Licht. Die Entscheidung war allgemeinhin erwartet worden. Als Vizepräsidentschaftskandidat solle Beto Albuquerque ins Rennen gehen, teilte die Sozialistische Partei weiter mit.

Campos war am vergangenen Mittwoch ums Leben gekommen, als sein Kleinflugzeug in ein Wohngebiet in der Stadt Santos stürzte. Am Sonntag fand eine Trauerfeier für ihn statt, an der Tausende Menschen teilnahmen.

In den Meinungsumfragen lag Campos zuletzt hinter Amtsinhaberin Dilma Rousseff und dem zentristischen Kandidaten Aecio Neves auf dem dritten Platz. Doch seit seinem Tod liefert sich seine Nachfolgerin Silva mit Neves ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die 56-jährige Silva war von 2003 bis 2008 unter Rousseffs Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva Umweltministerin. Während ihrer Amtszeit brachten ihre Bemühungen um den Erhalt des Amazonas-Regenwalds ihr weltweit Lob ein. Doch 2009 brach Silva mit Lulas Arbeiterpartei und schloss sich den Grünen an, für die sie ein Jahr später bei der Präsidentschaftswahl antrat. Damas holte sie fast 20 Prozent der Stimmen.

Auch bei der am 5. Oktober anstehenden Präsidentschaftswahl sagen viele politische Beobachter Silva einen Achtungserfolg voraus. So könnte sie stärker abschneiden als Campos und mindestens einen Sieg Rousseffs im ersten Wahlgang vereiteln, rechneten Analysten vor.
Unterstützung genießt Silva vor allem bei Brasilianern, die mit dem langsamen Wirtschaftswachstum, den hohen Steuern, der schlechten Gesundheitsversorgung und dem maroden Bildungssystem unzufrieden sind.

(ap)