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Malediven: Spitze der Opposition nach Protesten festgenommen

Nach Protesten : Spitze der Opposition auf den Malediven festgenommen

Nach Protesten gegen die Regierung der Malediven sind drei führende Oppositionspolitiker festgenommen worden. Damit sitze derzeit fast die gesamte Spitze der Opposition hinter Gittern, kritisierte die Abgeordnete Eva Abdulla am Samstag.

Die Behörden meldeten insgesamt fast 200 Festnahmen, nachdem es am Freitag zu Ausschreitungen gekommen war. Demonstranten hatten den Rücktritt von Staatschef Yameen Abdul Gayoom und die Freilassung des inhaftierten Expräsidenten Mohammed Nasheed gefordert.

Der als Ferienparadies bekannte islamische Inselstaat im Indischen Ozean müht sich nach 30 Jahren autokratischer Herrschaft seit 2008 um einen Übergang zur Demokratie. Der damals in der ersten echten Wahl bestimmte Präsident Nasheed war 2012 wegen der umstrittenen Inhaftierung eines Richters zurückgetreten. Im März wurde er deswegen zu 13 Jahren Haft verurteilt, was seine Anhänger nicht akzeptieren.

Dem derzeitigen Staatschef Gaymoon werfen sie vor, Nasheed aus politischen Gründen kalt stellen zu wollen. Auch Experten der Vereinten Nationen bezeichnen Nasheeds Prozess als unfair und das Urteil gegen ihn als willkürlich und maßlos.

Zu den Ausschreitungen kam es am Freitag vor der Militärzentrale in der Hauptstadt Malé. Die Polizei feuerte Tränengas auf die Demonstranten - nach Darstellung der Opposition ohne Anlass.
Allerdings verprügelten Demonstranten offenbar auch zwei Polizisten, die nach offiziellen Angaben zur Behandlung ins benachbarte Sri Lanka ausgeflogen wurden.

Die drei festgenommenen Oppositionsführer sind: der Chef der konservativen Islamistenpartei Adhaalath, Sheik Imran; der Vorsitzende der Demokratischen Partei der Malediven, Ali Waheed, und der Vizechef der Republikanischen Partei Jumhooree, Ameen Ibrahim. Der Demokratischen Partei gehört auch der inhaftierte Nasheed an.

(ap)