Malaysia: Polizei stellt bei Ex-Premier Taschen voller Geld und Schmuck sicher

Korruptionsermittlungen in Malaysia: Polizei stellt bei Ex-Premier Taschen voller Geld und Schmuck sicher

Im Zuge von Korruptionsermittlungen hat die Polizei in Malaysia Luxuswohnungen von Ex-Regierungschef Najib Razak durchsucht. Dabei wurden Dutzende mit Bargeld und Schmuck gefüllte Designer-Handtaschen und Koffer beschlagnahmt.

Polizisten fanden bei der Durchsuchung in Kuala Lumpur die reichlich gefüllten Handtaschen von Designern wie Hermès oder Louis Vuitton, wie der Chefermittler Amar Singh am Freitag mitteilte.

Über den Gesamtwert des Fundes konnte er zunächst keine Angaben machen. Laut Amar enthielten die 72 Handtaschen jedoch große Mengen an Bargeld in unterschiedlichen Währungen, darunter US-Dollar, sowie Uhren und Schmuck. "Es ist eine große Menge Schmuck", sagte Amar.

Ex-Regierungschef Razak und seine Frau im
Ex-Regierungschef Razak und seine Frau im April. Foto: AFP/MOHD RASFAN

Fernsehbilder zeigten Kisten und Koffer, die mit Klebeband versiegelt waren und in einen schwarzen Polizeilastwagen getragen wurden. Berichten zufolge waren fünf solcher Fahrzeuge nötig, um die beschlagnahmten Güter abzutransportieren. Insgesamt wurden 284 Designer-Handtaschen und 72 Koffer mit Geld, Juwelen und anderen Wertgegenständen beschlagnahmt.

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Najib hatte vergangene Woche bei der Parlamentswahl in Malaysia eine schwere Niederlage erlitten. Der 92-jährige neue Regierungschef Mahathir Mohamad hatte versprochen, Ermittlungen gegen seinen Vorgänger einzuleiten. Am vergangenen Wochenende verhängten die Behörden gegen Najib und seine Ehefrau Rosmah Mansor eine Ausreisesperre.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche stünden im Zusammenhang mit dem Staatsfonds 1MDB. US-Ermittlern zufolge stahlen Najibs Komplizen dem Fonds 4,5 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro). Ein Teil des Geldes sei auf Najibs Bankkonto gelandet. Najib, dessen Koalition vergangene Woche die Wahl verlor, hat Fehlverhalten bestritten.

(das/AP/AFP)