London kündigt „Schutzeinsatz“ für Schiffe in Straße von Hormus an

Unter europäischer Führung : London kündigt „Schutzeinsatz“ für Schiffe in Straße von Hormus an

Großbritannien will Schiffe in der Straße von Hormus zusammen mit europäischen Verbündeten schützen. Dazu werde ein „maritimer Schutzeinsatz unter europäischer Führung“ zusammengestellt.

Einzelheiten nannte Außenminister Jeremy Hunt nicht, sondern sagte lediglich, London werde „angemessene Schritte unternehmen, um die sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus zu unterstützen“.

Der Iran hatte am Freitag in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman den britischen Tanker „Stena Impero“ beschlagnahmt. Dies sei eine gerechtfertigte Reaktion auf die Briten, die vor zwei Wochen eine Rolle bei der Beschlagnahme eines iranischen Tankers vor Gibraltar gespielt hätten, gaben iranische Vertreter bekannt.

Hunt sprach von einem „Akt staatlicher Piraterie“. Der Sprecher von Premierministerin Theresa May, James Slack, forderte die sofortige Freigabe von Schiff und Besatzung.

Der Iran zeigte am Montag erstmals Filmaufnahmen der Besatzung. Keiner der 23 Mannschaftsmitglieder ist britischer Staatsbürger. Sie stammen überwiegend aus Indien, oder sind philippinische, russische und lettische Staatsangehörige. Auf den Bildern ist die Crew in roter Uniform zu sehen. Sie sitzen um einen Tisch herum. Ein iranischer Mann bedankt sich für deren Kooperation. Ein Kameramann ist zu hören, der sie anweist, nicht in die Kamera zu schauen. Unklar blieb bei den Aufnahmen, ob die Besatzung gedrängt wurde, daran teilzunehmen.

Andere gestellte Bilder zeigen, wie ein Mann etwas auf dem Schiff überprüft, die Mannschaft gemeinsam lacht und neben einer Kaffeemaschine im Innern des Schiffs im Gespräch ist. Die Schiffsköche sind beim Vorbereiten von Essen zu sehen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte eine iranische Fahne, die auf der Schiffsbrücke gehisst war.

Die Tanker-Debatte heizt wie mehrere andere Vorkommnisse den Konflikt zwischen dem Iran und den USA über das Atomabkommen von 2015 an. Aus dem sind die USA ausgestiegen und haben Sanktionen gegen Teheran verhängt. Die Islamische Republik wiederum hält sich nicht mehr an zwei Uran-Grenzwerte des Abkommens.

Hunt betonte, Großbritannien schließe sich nicht der von den USA betriebenen Politik eines maximalen Drucks auf den Iran an. Die europäischen Unterzeichner des Atomabkommens mit Iran, wollen an dem Vertrag festhalten.

(lukra/dpa)