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Liz Wahl von Russia Today: Moderatorin kündigt Job wegen Krim-Krise

Putin-naher Sender Russia Today : TV-Moderatorin kündigt vor laufenden Kameras

Weiterer Paukenschlag für den kremlnahen TV-Sender Russia Today: Erst kritisierte eine Moderatorin Präsident Putin. Nun kündigte eine andere Moderatorin wegen Russlands Haltung im Ukraine-Konflikt vor laufenden Kameras ihren Job. Im Netz aber gibt es auch kritische Stimmen.

Als Mitarbeiterin für Sender Russia Today sehe sie sich vielen moralischen und ethischen Herausforderungen ausgesetzt. "Ich kann nicht für einen von der russischen Regierung finanzierten Sender arbeiten, der die Taten Putins beschönigt", sagte Liz Wahl mit Blick auf den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Krim-Krise.

Ihre Eltern seien damals aus Furcht vor dem Regime der Sowjetunion aus Ungarn geflohen und glücklich, in den USA aufgewachsen zu sein. Sie sei "stolz, eine Amerikanerin zu sein und glaube daran, die Wahrheit zu verbreiten". Daher werde sie ihren Job nach der Sendung aufgeben.

Über ihr Twitter-Profil bedankte sich die US-Moderatorin für die unterstützenden Reaktionen, die sie nach ihrer On-Air-Ankündigung erhalten hatte.

I am grateful and humbled by the outpouring of support I have received. Thank you for the kind words of encouragement!

Unter dem Hashtag #lizwahl kursieren beim Kurznachrichtendienst aber auch kritische Töne. Dies sei nicht der richtige Schritt, meint ein User.

The US propaganda machine is eating up Liz Wahl and her resignation. #LizWahl #NationalismIsEvil #PatriotismIsEvil #nationalism

Ein anderer Twitterer sieht den Rücktritt als Teil eines PR-Kriegs.

Liz Wahl resigns over Ukraine crisis: Courage no?PR war yes! Where was the journalist integrity for last 2 and a half year? #LizWahl #career

Einen Tag zuvor hatte bereits eine andere US-Moderatorin des Senders mit ihrer scharfen Kritik an Moskaus Politik überrascht. "Was Russland gemacht hat, ist falsch", sagte Abby Martin in ihrer Sendung in der englischsprachigen Ausgabe des Senders. "Militärinterventionen sind nie eine Lösung."

Sie werde nicht herumsitzen und eine "militärische Aggression verteidigen". Sie könne gar nicht oft genug sagen, wie sehr sie die Einmischung eines Staates in die Angelegenheiten einer "souveränen Nation" ablehne, sagte Martin zum Ende ihrer Sendung "Breaking the Set". Russia Today distanzierte sich von Martins Äußerungen.

In unserem Live-Ticker zur Krim-Krise halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

(rpo)