„Lifeline“ darf in Malta anlegen - Berlin will Flüchtlinge von Rettungsschiff aufnehmen

Rettungsschiff im Mittelmeer : Berlin will Flüchtlinge von der „Lifeline“ aufnehmen

Nach tagelangem Warten gibt es eine Lösung für die „Lifeline“. Das deutsche Rettungsschiff darf in Malta anlegen. Unklar ist aber noch, wer die Flüchtlinge aufnimmt. Italien und Frankreich erklären sich bereit - Berlin auch.

Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Mission „Lifeline“ darf nach tagelangem Warten auf dem Mittelmeer in Malta anlegen. Das teilte die italienische Regierung mit. Er habe mit dem maltesischen Premierminister Joseph Muscat telefoniert, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Dienstag: „Das Schiff der NGO Lifeline wird in Malta anlegen.“

Etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder harren seit Donnerstag auf dem Schiff „Lifeline“ der Dresdner Organisation im Meer vor Malta aus. Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg war am Montag an Bord gewesen und hatte anschließend im Gespräch mit unserer Redaktion die Situation der Flüchtlinge  als „prekär“ beschrieben.

Italien werde einen Teil der an Bord befindlichen Migranten übernehmen, sagte Conte weiter. Und er hoffe, dass andere EU-Länder sich auch dazu bereit erklären werden. Die Berliner Landesregierung teilte mit, sie wolle helfen. „Selbstverständlich ist Berlin bereit, im Rahmen eines solchen gemeinsamen Lösungsansatzes Hilfe zu leisten und Menschen aufzunehmen“, sagte die Berliner Regierungssprecherin Claudia Sünder und rief die Bundesregierung dazu auf, einen gemeinsamen europäischen Weg zu suchen. Die Berliner Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linke) sagte der Zeitung „taz“, Berlin könne nicht allein in der Frage entscheiden. Rechtlich brauche das Land die Erlaubnis der Bundesregierung.

Malta hatte zuvor erklärte, es liefen Diskussionen, ob die „Lifeline“ in Malta anlegen dürfe - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Migranten dann auf EU-Länder verteilt würden. Ein Sprecher der französischen Regierung sagte, das Land sei bereit, ein Team zu schicken, um Asylanträge von Migranten an Bord zu bearbeiten und Flüchtlinge von dem Schiff aufzunehmen.

Die Hilfsorganisation Mission Lifeline hat nach eigenen Angaben aber noch keine eigene Bestätigung, dass ihr Rettungsschiff mit Migranten an Bord in Malta anlegen darf. „Wir sind mehr als glücklich, dass am Horizont eine Lösung für diese schändliche Scharade auftaucht“, sagte der Sprecher und Mitgründer der Dresdner NGO, Axel Steier, am Dienstag. Aber es sie hätten noch kein Okay für die Einfahrt bekommen.

(csr/wer/dpa)
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