1. Politik
  2. Ausland

Hinrichtung in Nordkorea: Lieferte Kim Kyong Hui ihren Mann ans Messer?

Hinrichtung in Nordkorea : Lieferte Kim Kyong Hui ihren Mann ans Messer?

Die Tante des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Kyong Hui, hat offenbar trotz der Hinrichtung ihres Mannes ihre einflussreiche Stellung im Regime behalten. Jetzt gibt es Spekulationen, sie habe ihren Mann absichtlich geopfert, um die Macht ihrer Familie zu wahren.

Die 67-jährige Schwester des früheren Alleinherrschers Kim Jong Il wurde am Wochenende von den Staatsmedien neben anderen führenden Vertretern des Regimes genannt, die das geplante Staatsbegräbnis für einen ehemaligen hochrangigen Parteifunktionär organisieren sollen.

Hinweis auf Hierarchie

Solche Listen liefern Beobachtern im Ausland gewöhnlich Hinweise auf die Hierarchie in dem abgeschotteten Staat. Dem Komitee gehören den Berichten zufolge mehr als 50 Mitglieder an.

Nach der Hinrichtung von Jang Song Thaek hatte es in Südkorea Spekulationen gegeben, dass auch seine Frau Kim Kyong Hui Opfer der jüngsten politischen Säuberung geworden sein könnte.

Treibende Kraft

Nach Auffassung des "Nordkorea Strategic Information Center" soll Kim Kyong Hui bei der Ermordung ihres Ehemannes jedoch eine treibende Kraft gewesen sein. Sie habe ihren Mann "geopfert", um ihrer Familie dauerhaft Einfluss in der kommunistischen Beton-Diktatur zu sichern.

Kim Kyong Hui gilt als mächtigste Frau in Nordkorea. Sie ist die Tante von Kim Jong Un, trägt den Rang eine Vier-Sterne-Armee-Generals und ist Generalsekretärin der Kommunistischen Partei.

"Katalysator"

Auch der Nordkorea-Experte der Australischen Nationaluniversität, Leonid Petrov, hält es für möglich, dass Uns Tante als "Katalysator" der Hinrichtung fungierte. Mit der Ermordung ihres eigenes Mannes wollte sie dem Regime offenbar ihre unbedingte Treue erweisen.

Der hingerichtete Jang galt lange Zeit als graue Eminenz des Regimes. Nordkorea hatte am Freitag seine Hinrichtung bestätigt. Ein Militärtribunal habe ihn wegen eines Umsturzversuches zum Tode verurteilt, hatte es geheißen.

Südkorea befürchtet eine große Instabilität im Nachbarland.

(dpa)