Revolutionsfeiertag: Libyer richten den Blick nach vorne

Revolutionsfeiertag : Libyer richten den Blick nach vorne

Mit einer Zeremonie zu Ehren der Revolutionäre haben die Menschen in der libyschen Stadt Bengasi an den Beginn des Aufstandes gegen Diktator Muammar al-Gaddafi vor einem Jahr erinnert.

Die staatliche Nachrichtenagentur Lana berichtete, die Organisatoren der Feierlichkeiten, die am Donnerstagabend unter freiem Himmel stattfanden, hätten zuerst Mohammed Omar al-Muchtar (91) die "Fackel der Revolution" übergeben. Anschließend wurde sie den Angehörigen des ehemaligen Innenminister Abdelfattah Junis überreicht.

Mohammed Omar al-Muchtar ist der Sohn des libyschen Freiheitskämpfers Omar al-Mukhtar. Der "Löwe der Wüste" war 1931 von den italienischen Kolonialisten hingerichtet worden. Abdulfattah Junis gehörte zu den ersten Funktionären des Gaddafi-Regimes, die sich im Frühjahr 2011 von dem Diktator lossagten. Er übernahm das Kommando der Revolutionstruppen. Im Juli 2011 geriet er in einen Hinterhalt und wurde getötet.

Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats (NTC), Mustafa Abdul Dschalil, rief die Libyer am ersten Jahrestag der "Revolution des 17. Februar" auf, den Blick nach vorne zu richten. Laut Lana sagte er, die Strukturen des alten Staates seien schwach. Die Behörden seien durchsetzt von Korruption. Deshalb sei es wichtig, den Staat nach der für Juni geplanten Wahl auf ein neues Fundament zu stellen.

Weder der NTC noch die aus Experten bestehende Übergangsregierung hatten offizielle Feierlichkeiten organisiert. Die Gedenkveranstaltung gehen auf die Initiative von Revolutionsräten und Bürgerkomitees zurück.

Der Aufstand gegen Gaddafi hatte vor einem Jahr mit Protestkundgebungen in den östlichen Städte Bengasi und Al-Baidha begonnen. In der Hauptstadt Tripolis übernahmen die Revolutionstruppen im August die Macht. Die Rebellen, die Unterstützung durch Luftangriffe der Nato erhielten, töteten Gaddafi im Oktober in seiner Heimatstadt Sirte.

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(dpa)
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