Libanesische Polizei verteidigt Einsatz von Gummigeschossen

Ausschreitungen im Libanon : Polizei verteidigt Einsatz von Gummigeschossen

Am Montag kam es im Libanon erneut zu Ausschreitungen zwischen Regierungskritikern und der Polizei. Dabei ging diese mit Gummigeschossen auf die Demonstrierenden los. Jetzt rechtfertigt sie sich für ihr Vorgehen.

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen bei Protesten im Libanon hat die Polizei ihren Einsatz von Gummigeschossen gegen Demonstranten verteidigt. „Die Gummigeschosse in unserem Besitz werden in einer Reihe entwickelter Länder eingesetzt, darunter Frankreich. Sie können nach mehreren Warnungen in Richtung der gewalttätigsten und gefährlichen Randalierer abgeschossen werden“, teilten die Sicherheitskräfte ISF im Libanon am Dienstag mit.

Am Wochenende waren Sicherheitskräfte und Demonstranten in Beirut gewaltsam aneinandergeraten. Dem libanesischen Roten Kreuz zufolge wurden dabei mehr als 460 Menschen verletzt, darunter mehr als 140 Polizisten. Schon seit Oktober kam es im Libanon zu Massenprotesten, die nach einer mehrwöchigen Entspannung nun erneut ausbrachen.

Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte am Dienstag, dass „verlässlichen Quellen zufolge mindestens vier junge Männer aus nächster Nähe mit Gummikugeln beschossen wurden, was zu schweren und unumkehrbaren Schäden an ihren Augen führte“. Die libanesischen Behörden müssten diesen mutmaßlichen Gewalteinsatz untersuchen. Berichten zufolge erblindeten durch die Geschosse mindestens zwei Demonstranten.

Mit den Gummigeschossen dürfe nur auf Beine und aus mindestens zehn Metern Entfernung gezielt werden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Verletzungen an anderen Körperstellen seien auf die „Bewegung von Randalierern“ zurückzuführen, etwa wenn diese sich nach „Steinen oder anderen Werkzeugen“ bückten. Diese Fälle würden untersucht. Auf Videos sei zudem zu sehen, wie einige Demonstranten mit Nägeln gefüllte Molotowcocktails nach den Einsatzkräften geworfen hätten.

Die Proteste haben im Libanon die schwerste politische und wirtschaftliche Krise seit dem Ende des Bürgerkriegs vor 30 Jahren ausgelöst. Das Libanesische Pfund hat stark an Wert verloren.

(ala/dpa)