Kurdische Allianz meldet Erfolge gegen IS in Nordsyrien

Eroberung des Euphrat-Staudamms : Kurdische Allianz meldet Erfolge gegen IS in Nordsyrien

Kurdische Kämpfer versuchen, den IS vom größten Wasserspeicher Syriens, dem Euphrat-Damm, zu vertreiben. Das eigentliche Ziel ihrer Vorstöße aber liegt weiter östlich.

Kurdische Kämpfer rücken im Norden Syriens mit US-Unterstützung auf einen strategisch wichtigen und von der Terrormiliz Islamischer Staat gehaltenen Damm vor. Ein Sprecher der Allianz der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) erklärte am Dienstag, die Kämpfer hätten in den vergangenen Tagen Dutzende Dörfer und Höfe eingenommen, Dutzende IS-Kämpfer getötet und stünden nun etwa fünf Kilometer vor dem Euphrat-Damm. Das IS-Sprachrohr Amak erklärte, in der Gegend seien 24 SDF-Milizionäre getötet worden.

Hinter dem seit zwei Jahren von IS gehaltenen Euphrat-Staudamm liegt das größte Wasserreservoir Syriens — der 640 Quadratkilometer große Assad-See. SDF-Sprecher Talal Sillo sagte, Kämpfer der Organisation hätten in den vergangenen Tagen etwa 1300 Quadratkilometer erobert. Die Kämpfe konzentrierten sich jetzt auf die am Stausee gelegene Festung Dschaabar. Nächstes Ziel sei die Stadt Tabka, wo der IS 2014 zahlreiche gefangene syrische Soldaten massakriert hatte. Unterstützt würden die SDF-Kämpfer von französischen, britischen und amerikanischen Spezialtruppen.

Das US-Zentralkommando teilte mit, Flugzeuge der Anti-IS-Koalition hätten am Montag bei Rakka und Isa Angriffe geflogen und eine Brücke, Kampfstellungen, mit Sprengstoff präparierte Fahrzeuge und ein Nachschublager zerstört. Außerdem seien Kampfeinheiten des IS getroffen worden.

Ziel der Vorstöße ist es, das östlich des Staudamms gelegene Rakka, die De-facto-Hauptstadt des IS, zu umzingeln und später einzunehmen. In der Stadt leben fast 200.000 Menschen. Die Zahl der IS-Kämpfer dort wird auf 5000 geschätzt. Sillo zufolge wurde zuletzt westlich von Rakka gekämpft.

Bei den Kämpfen soll auch der IS-Spitzenkommandeur Abu Dschandal al-Kuwaiti getötet worden sein. Die syrische Armee erklärte, Al-Kuwaiti sei in der Nähe von Tabka ums Leben gekommen.
IS-Unterstützer bestätigten seinen Tod. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte dagegen mit, Al-Kuwaitis Schicksal sei unbekannt. Er sei das Ziel von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten gewesen.

Im Kampf gegen den IS haben sich die SDF als effektivste Bodentruppe erwiesen. Die Gruppe setzt sich aus überwiegend kurdischen und einigen arabischen Kämpfern zusammen und ist in der Provinz Rakka seit Anfang November in der Offensive.

(bur/ap)