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Kündigt Donald Trump am Abend seine Kandidatur für 2024 an?

Mit Spannung erwarteter Auftritt in Orlando : Kündigt Trump am Abend seine Kandidatur für 2024 an?

In der Nacht zu Montag will der frühere US-Präsident Donald Trump die Republikanische Partei auf eine Fortsetzung seines politischen Kurses einschwören. Noch ist unklar, ob er dabei auch eine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 anküdigen wird.

„Ich stehe heute vor euch um zu verkünden, dass die unglaubliche Reise, die wir vor vier Jahren begonnen haben, längst nicht vorbei ist“, wollte er bei einer Rede auf einer jährlichen Konferenz der Konservativen in den USA am Sonntag sagen, wie aus vorab veröffentlichten Auszügen der Ansprache hervorging.

Weniger als sechs Wochen nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus kehrt Trump mit der Abschlussrede auf der Conservative Political Action Conference (CPAC) in Orlando auf die nationale politische Bühne zurück, um seinen Führungsanspruch innerhalb der Republikanischen Partei zu untermauern. Seit dem Amtsantritt seines Nachfolgers Joe Biden hatte er sich in sein Ressort Mar-a-Lago in Florida zurückgezogen und sich mit Beratern und ranghohen Parteifreunden abgesprochen, um seine nächsten Schritte zu planen. Es wird nicht davon ausgegangen, dass er schon am Sonntag seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 ankündigt, aber die Unterstützung dafür hätte er, zumindest aus dem rechten Flügel der Partei.

Einige gemäßigte Republikaner wollen zwar das Kapitel Trump rasch hinter sich bringen, um wieder ihre traditionellen Wähler in den Vororten zu erreichen und mehr auf konservative Sachpolitik zu setzen statt auf Konfrontation und Hetze. Doch ein Großteil der Partei steht hinter ihm, trotz seiner Abwahl im November, trotz des Verlusts der republikanischen Mehrheit im Senat und vor allem trotz des Sturms seiner gewaltbereiten Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar

Zahlreiche Sprecher erklärten Trump im bisherigen Verlauf der Konferenz die Treue und schossen Selfies mit einer dort aufgestellten goldenen Trump-Statue. „Donald J. Trump wird nirgendwo hingehen“, sagte etwa der texanische Senator Ted Cruz, der selbst als republikanischer Präsidentschaftskandidat 2024 gehandelt wird, am Freitag. „Wir können nicht - und werden nicht - zu den Tagen des gescheiterten republikanischen Establishments von gestern zurückkehren“, sagte der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, und verwies darauf, wie Trump vor allem Arbeiter für sich begeistert.

Sollten Trump und dessen Anhänger aus der Partei ausgegrenzt werden, würden die Republikaner in den kommenden Jahren keine Wahl gewinnen, prophezeite auch der Abgeordnete Jim Banks bei einer Podiumsdiskussion am Samstag.

Die Republikaner dürften deshalb an Trumps Lippen hängen, wenn er zu ihnen spricht, „über die Zukunft unserer Bewegung, die Zukunft unserer Partei und die Zukunft unseres geliebten Landes“, wie es in den Redauszügen heißt.

Austeilen wird er in der Ansprache auch gegen seinen Nachfolger Biden, ein gelinde gesagt unübliches Verhalten für einen Ex-Präsidenten so kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt. „Joe Biden hatte den katastrophalen ersten Monat eines Präsidenten in der jüngeren Geschichte“, wollte er sagen.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, gab sich unbeeindruckt. „Wir werden sehen, was er sagt, aber unser Fokus liegt sicherlich nicht darauf, was Präsident Trump bei der CPAC sagt.“

Dass es eine Spaltung zwischen Trump-Gegnern und Trump-Befürwortern innerhalb der Republikanischen Partei gibt, wollte der Ex-Präsident in seiner Rede abstreiten. „Die einzige Spaltung gibt es zwischen einer Handvoll Mitläufern aus dem politischen Establishment und allen anderen im ganzen Land“, hieß es im Redemanuskript.

Erst einmal dürfte sich Trump darauf konzentrieren, Kandidaten für die Kongresswahlen 2022 öffentlich zu unterstützen. Am Freitag tat er das bereits für Max Miller, der seinem republikanischen Parteikollegen Anthony Gonzalez den Sitz im Repräsentantenhaus streitig machen will. Gonzalez hatte als einer von wenigen Republikanern dafür gestimmt, Trump wegen Anstachelung zum Angriff aufs Kapitol des Amtes zu entheben.

(felt/dpa)