Kuba: Erneut mysteriöse Krankheitsfälle unter Diplomaten - Kanada zieht Personal ab

Kanada reduziert Botschaftspersonal : Erneut mysteriöse Krankheitsfälle unter Diplomaten in Kuba

Seit 2017 kommt es immer wieder zu ungeklärten Erkrankungen unter dem diplomatischen Personal aus Kanada und den USA in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Nach einem neuen Fall hat Kanada jetzt die Hälfte der Botschaftsbesatzung abgezogen.

Das Personal schrumpfe damit von etwa 16 auf 8 Mitarbeiter, wie die unter anderem für auswärtige Angelegenheiten zuständige Regierungsabteilung Global Affairs Canada am Mittwoch mitteilte. Der Botschafter in Havanna soll vor Ort bleiben, auch konsularische Dienste sollen für Kanadier weiter verfügbar sein. Allerdings müssten andere Programme in den kommenden Wochen womöglich angepasst werden und diplomatisches Personal außerhalb Kubas aushelfen.

Seit Anfang 2017 hat Kanada nunmehr 14 Fälle von unerklärlichen Gesundheitsproblemen von Botschaftsmitarbeitern in dem Karibikstaat gemeldet. Betroffen waren auch 26 Mitarbeiter der US-Botschaft in Kuba. Die Symptome reichen von leichten Schädel-Hirn-Traumata zu Schäden am Innenohr. Im April 2018 hatte Kanada schon die Familien des diplomatischen Personals in die Heimat zurückgeholt. Die USA hatten hingegen im September 2017 alle nicht zwingend notwendigen Botschaftsmitarbeiter abgezogen.

Spekuliert wurde unter anderem, dass die Diplomaten mit einer Art Schallwaffe attackiert wurden. Der kanadische Regierungsvertreter betonte indes, dass keine Informationen über eine Ursache oder den Urheber vorlägen. Kubas Botschafterin in Kanada, Josefina Vidal, zeigte sich enttäuscht über die Maßnahme der Regierung in Ottawa. Havanna halte den Schritt für „unverständlich“, wolle jedoch an den guten bilateralen Beziehungen festhalten.

(felt/dpa)
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