Treffen von UN-Sicherheitsrat: Krisensitzung zu Syrien-Massaker

Treffen von UN-Sicherheitsrat : Krisensitzung zu Syrien-Massaker

Nach dem Massaker in Syrien ist der UN-Sicherheitsrat am Sonntag zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Auf Drängen der westlichen Länder traf sich das mächtigste UN-Gremium trotz langen Wochenendes am Nachmittag (Ortszeit) im UN-Hauptquartier. Bei dem Angriff in hula sind offenbar mehr Menschen getötet worden, als bisher angenommen.

Zu Beginn der Debatte war völlig unklar, welche Schritte der Rat ergreifen würde. Eine Resolution gilt wegen des russischen Widerstandes als unwahrscheinlich, möglich wäre aber eine gemeinsame Erklärung.

Nach Angaben von Diplomaten wurde das Treffen angesetzt, nachdem Russland die von Großbritannien und Frankreich eingebrachten Vorschlag zur Verurteilung des Massakers ablehnte. Russland ist ein Verbündeter Assads. Moskau hat Diplomaten zufolge zunächst einen Bericht des Chef der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, zu den Tötungen gefordert.

Der Angriff in Hula gilt als eines der blutigsten Ereignisse seit Beginn des Aufstands in Syrien vor 15 Monaten. Bei den Angriffen sind offenbar mehr Menschen getötet worden, als bisher angenommen. Es habe 116 Todesopfer gegeben, sagte der Leiter der UN-Beobachtermission in Syrien, Robert Mood, am Sonntag nach Angaben von Diplomaten im UN-Sicherheitsrat in New York. Zudem seien etwa 300 Menschen verletzt worden. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte zuvor bereits von einer "abscheulichen Tat, verübt vom syrischen Regime an der eigenen Zivilbevölkerung" gesprochen.

Nach Angaben von Aktivisten griffen am Freitag zunächst Regierungstruppen die Ansammlung von Ortschaften nordwestlich der belagerten Stadt Homs an, dann stürmten regierungstreue Kriminelle die Ortschaften, überfielen Häuser und töteten Zivilisten. Die syrische Führung unter Präsident Baschar al-Assad hat die Verantwortung für die Taten zurückgewiesen, erklärt, hinter den Taten steckten Rebellen, die mit Mörsern und Panzerabwehrraketen ausgerüstet seien.

Angesichts des Massakers rief das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) alle Seiten zum Schutz von Zivilisten auf. In einer Erklärung zeigte sich die Hilfsorganisation "geschockt" von der hohen Zahl ziviler Opfer. "Wir rufen alle an den Kämpfen Beteiligten dazu auf, jederzeit zwischen Zivilisten und Teilnehmern an den Kämpfen zu unterscheiden", erklärte das IKRK in Genf.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Assads Blutvergießen nimmt kein Ende

(APD)